Ankündigung

Ex-Akw-Gelände Gundremmingen: Bayerns Ministerpräsident Söder möchte weltweit ersten kommerziellen Fusionsreaktor bauen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder möchte auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Gundremmingen den weltweit ersten kommerziell genutzten Fusionsreaktor bauen lassen. Bis dieser in Betrieb gehen könnte, dürften allerdings noch viele Jahre vergehen.

Auch nach dem Abschalten des Atomkraftwerks soll Gundremmingen ein wichtiger Standort für die Energieerzeugung bleiben. Im Oktober 2025 war Baubeginn für den bis dato größten Batteriespeicher Deutschlands. In Planung ist, wenn auch mit offenem Termin für den tatsächlichen Bau, zudem nach wie vor ein Gaskraftwerk.

Am Dienstag nun verkündete Bayerns Ministerpräsident bei einer Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion ein weiteres Projekt für das Gelände: In Gundremmingen soll Deutschlands erster bzw. der weltweit erste Kernfusionsreaktor gebaut werden, der mehr Strom erzeugt, als er verbraucht. Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, wollen die Energieunternehmen RWE und Proxima Fusion aus München sowie der Freistaat Bayern in den kommenden Wochen eine entsprechende Übereinkunft für das Projekt unterzeichnen.

Betriebsbereit in 15 Jahren?

Sollte das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, wäre es der weltweit erste kommerziell genutzte Fusionsreaktor. Seit vielen Jahrzehnten forschen Wissenschaftler und Ingenieure in mehreren Ländern an der Technologie. Auch in Bayern wird daran gearbeitet, etwa am Wissenschaftsstandort Garching bei München, wo auch einer der beiden deutschen Versuchsreaktoren steht. Seitens der CSU-geführten Regierung in Bayern ist man äußerst optimistisch, was die Zeitplanung angeht. Mit nur rund 15 Jahren etwa rechnet Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU), bis die Anlage in Betrieb gehen könnte. Für das neue Kraftwerk könnten bestehende Gebäude des ehemaligen AKW Gundremmingen sowie die bereits vorhandene Infrastruktur genutzt werden, so Blume laut der Augsburger Allgemeinen.

Ein Beispiel aus der internationalen Kernfusionsforschung zeigt indes, wie hoch die Hürden für einen erfolgreich kommerziell nutzbaren Reaktor sind: Seit 2007 wird in Südfrankreich ein Reaktor gebaut, der als Fernziel kommerziell Strom erzeugen können soll. Das Projekt mit Namen „Iter“ sollte ursprünglich 2025 in Betrieb gehen. Mittlerweile ist von einem Zeitraum zwischen 2034 und 2036 die Rede.

Gundremmingen Spatenstich für bislang größten Batteriespeicher Deutschlands. Fotos: Rudi Penk

Spatenstich in Gundremmingen für bislang größten Batteriespeicher Deutschlands

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Die Kühltürme sind gefallen, ein Batteriespeicher wird gebaut: So wird das Gelände des stillgelegten Atomkraftwerks in Zukunft aussehen.

Wie sich in Gundremmingen die Energiewende im Zeitraffer vollzieht

Erst wurden die Kühltürme des stillgelegten Atomkraftwerks Gundremmingen gesprengt, jetzt fand dort der Spatenstich für den aktuell größten Batteriespeicher Deutschlands statt. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder war dabei und erklärte, warum er bei der Sprengung am Samstag nicht dabei war.
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