Eine schmerzliche Erfahrung in etwas Gutes für andere verwandeln – genau das tut die Familie Häussler aus Wiblingen. Im August 2022 ist der Vater von Tobi und Ehemann von Conny Häussler im Ulmer Hospiz gestorben. Tobias, der damals 24 Jahre alt war, war tief beeindruckt davon, mit wie viel liebevoller Aufmerksamkeit und Menschlichkeit sein Vater in den letzten Lebenstagen hier umsorgt wurde. Nach dem oft hektischen Pflegealltag im Krankenhaus, den die Familie während der Krebs-Behandlung zuvor erlebt hatte, konnten die Häusslers in dem Haus am Michelsberg zur Ruhe kommen und Abschied nehmen.
Schon in der Weihnachtszeit 2022 regte sich in Tobi der Wunsch, Spenden für das Hospiz zu sammeln, um sich für die guten Erfahrungen in der schweren Zeit zu bedanken. „Ich wollte einfach was zurückgeben“, erinnert er sich. Weil er „immer schon gern Geburtstage organisiert“ hat, rief der Athletiktrainer des 1. FC Heidenheim Freunde und Bekannte an, lud auch seine Fußball-Kameraden von der SSG Ulm 99 zu einem ersten Weihnachtsfest im Hof vor dem elterlichen Haus ein. 1500 Euro kamen bei der Premiere zusammen.
Er hat das wie im Fußball gesehen und ist ehrgeizig, um Dinge weiter voranzutreiben.
Conny Häussler über ihren Sohn
Der Erfolg spornte Tobi an, weiterzumachen. „Er hat das wie im Fußball gesehen und ist ehrgeizig, um Dinge weiter voranzutreiben“, sagt Mutter Conny Häussler über ihren Sohn. Das zweite Spenden-Weihnachtsfest hat dieser also etwas größer und mit mehr Werbung aufgezogen, das Resultat waren 4500 Euro fürs Hospiz.
Im dritten Jahr stellten die Häusslers ihr Spenden-Weihnachtsfest auf eine noch größere Basis: Es sollte neben Glühwein, Punsch und Waffeln auch eine Tombola geben. Für die Preise schrieb Tobi Häussler Firmen an und bat sie um Unterstützung – die wurde ihm gewährt. So füllte sich die Spendenkasse mit 8800 Euro.
Am 23. Dezember 2025 legte die Familie dann noch eine Schippe drauf: Der Hof füllte sich mit rund 500 Menschen, die mit Würsten vom Grill, Waffeln, Pommes, warmen und kalten Getränken bewirtet wurden. „Das Tollste daran ist, dass so viele andere mit anpacken“, berichtet Conny Häussler begeistert. Besonders die Fußball-Freunde von den SSG stehen schon morgens für den Aufbau der Zelte parat, manche bringen auch selbst Material mit. Später leisten die fleißigen Helferinnen und Helfer Arbeitsdienste an Grill und Waffeleisen, bei Getränkeausschank, Losverkauf und selbstverständlich auch beim Aufräumen. Die Musikvereine von Gögglingen und Wiblingen verlegten ihre letzte Probe vor Weihnachten auf den Häussler'schen Hof und sorgten damit für die passende musikalische Umrahmung des Spenden-Fests. Am Ende des Abends konnten Mutter und Sohn kaum glauben, wie viel Geld gespendet worden war: 14.700 Euro.
Wir freuen uns riesig über einen solchen Riesenbetrag und ziehen den Hut vor Ihnen bis zum Boden.
Schatzmeister Rainer Wybranietz
Als Conny und Tobi Häussler jetzt im Ulmer Hospiz den Spendenscheck überbringen, ist das Team am Michelsberg geplättet: „Das ist unglaublich und wunderbar!“, freut sich Geschäftsführerin Ulrike Geiger. Und Schatzmeister Rainer Wybranietz fügt hinzu: „Wir freuen uns riesig über einen solchen Riesenbetrag und ziehen den Hut vor Ihnen bis zum Boden.“ Er hat selbst an der Spenden-Weihnachtsfeier teilgenommen und war begeistert von der tollen Stimmung der Benefiz-Veranstaltung.
Das Hospiz ist auf Spenden angewiesen, denn die Kranken- und Pflegekassen finanzieren die Leistungen nicht zur Gänze, erklärt Wybranietz weiter. Zumal die Einrichtung aus Überzeugung auf einen hohen Betreuungsschlüssel setzt, um die letzte „und wichtigste“ Phase im Leben der Gäste in einer guten Weise zu gestalten. „Daher müssen wir immer einen Eigenanteil aufbringen.“ Die Menschen, die hier gepflegt werden, müssen keine persönlichen Zuzahlungen leisten.
Tobi Häussler und seine Mutter betonen auch, dass das gute Ergebnis der Spenden-Aktion nicht ihr alleiniger Verdienst, sondern eine Teamleistung ist: „Wir haben ganz viel Unterstützung.“ Insbesondere die Männer- und Frauenmannschaften der SSG agierten „wie eine große Familie: Alle helfen mit, ohne dass man betteln muss. So macht das Ganze auch richtig Spaß.“ Und daher ist sicher, dass es auch 2026 wieder ein Spenden-Weihnachtsfest geben wird, und dass ihnen die Ideen nicht ausgehen, um weiter Gutes zu tun.

Was ist das Ulmer Hospiz und was bietet es an?
Das Ulmer Hospiz hat sein stationäres Angebot erweitert und jetzt 15 Betten für Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Bislang waren es 10 Betten gewesen. In dem Haus in der Lichtensteinstraße 14/2 sind auch alle ambulanten Angebote untergebracht. Dazu zählen der ambulante Hospizdienst für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche, die verschiedenen Angebote der Trauerbegleitung, Begegnungsmöglichkeiten wie das Trauer-Café und die Beratung zu allen Fragen rund um Sterben und Lebensende. Darüber hinaus gibt es die Hospiz-Akademie mit Vorträgen, Workshops und kulturellen Angeboten.


