Keine Prognose möglich

Carl Zeiss Meditec meldet schwaches erstes Quartal

Das Unternehmen Carl Zeiss Meditec hat aktuell einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang zu verbuchen. Woran liegt das?

Carl Zeiss Meditec vermeldet einen schwachen Jahresstart: Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 habe man einen Umsatz von 467 Millionen Euro verbuchen können. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 490,5 Millionen Euro gewesen – der Rückgang liegt, bereinigt um Währungseffekte, bei minus 4,8 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) beläuft sich auf 8,1 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 35,2 Millionen Euro gewesen.

Wie das Unternehmen mit Hauptsitz in Jena mitteilt, waren ein deutlich schwächerer Rohertrag infolge negativer Währungseffekte sowie ein ungünstiger Produktmix, insbesondere infolge geringerer Umsätze aus neurochirurgischen Mikroskopen und refraktiven Behandlungspaketen, ausschlaggebend. Eine Rolle hätten zudem höhere Abschreibungen auf aktivierte Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen gespielt.

Das sagt der Finanzvorstand zur Situation bei Carl Zeiss Meditec

Justus Felix Wehmer, Finanzvorstand der Carl Zeiss Meditec AG, kommentiert: „Der schwache Jahresstart im ersten Quartal verdeutlicht die Herausforderungen eines Marktumfelds, das zunehmend von geopolitischen Unsicherheiten und einer spürbaren Zurückhaltung bei Investitionsentscheidungen sowie Veränderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt ist.“ Aus Sicht des Unternehmens sei es jetzt besonders wichtig, die Lokalisierung von Produkten zügig voranzubringen, Prioritäten in Forschung und Entwicklung konsequent neu zu definieren und die operative Effizienz weiter zu stärken.

Die Zahlen weiter aufgeschlüsselt: Die Umsatzentwicklung blieb in beiden strategischen Geschäftseinheiten unter dem Vorjahresniveau. Im strategischen Geschäftsbereich Ophthalmology ging der Umsatz auf 356,9 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 376,2 Millionen Euro). Auch im strategischen Geschäftsbereich Microsurgery lag der Umsatz mit 110,1 Millionen Euro um 3,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 114,3 Millionen Euro.

Welche Märkte haben besonders gelitten?

Wachstum habe man unter anderem im Mittleren Osten erzielt, während es in den europäischen Kernmärkten, insbesondere in Deutschland, Spanien und den skandinavischen Ländern, zu Umsatzrückgängen gekommen sei.

In der Region „Americas“ hat sich der Umsatz laut Carl Zeiss Meditec ebenfalls verringert. Die Entwicklung sei vor allem durch ein schwaches Investitionsumfeld geprägt gewesen, das vor dem Hintergrund gestiegener geopolitischer Unsicherheiten zu einer allgemeinen Zurückhaltung bei Investitionen in den USA und anderen wichtigen Märkten geführt habe.

Der Umsatz in der Region „Asia Pacific“: Während sich China stabil entwickelt habe und Indien sowie Australien einen positiven Trend gezeigt hätten, habe man Rückgänge in Japan und Südkorea verbuchen müssen.

Aktuell keine Prognose möglich

Wie das Unternehmen bereits zuvor mitgeteilt hat, ist die bisherige Prognose eines Konzernumsatzes von 2,3 Milliarden Euro sowie einer Ebita-Marge von 12,5 Prozent vor Sondereffekten voraussichtlich nicht erreichbar. Carl Zeiss Meditec kündigt an, so bald wie möglich, spätestens jedoch mit der Veröffentlichung der Sechs-Monats-Ergebnisse am 12. Mai, eine aktualisierte Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 zu veröffentlichen. Auch Informationen zu weiteren Reorganisations- und Kostensenkungsmaßnahmen sollen dann bekanntgegeben werden.