Der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg geht der geplante Umbau der B19-Anschlusstelle Oberkochen Süd deutlich zu langsam: Trotz jahrelanger Diskussionen und mehrfacher Ankündigungen sei bislang kein sichtbarer Fortschritt für eine Steigerung der Leistungsfähigkeit erfolgt.
„Die B19 ist eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Region. Dass sich beim dringend benötigten Kreisel an der Ausfahrt Oberkochen Süd seit langer Zeit faktisch nichts bewegt, ist für die regionale Wirtschaft nicht mehr akzeptabel“, erklärt Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwürttemberg.
Entlang der B19 zwischen Aalen und Königsbronn befänden sich zahlreiche international tätige Unternehmen wie die Papierfabrik Palm, RUD Ketten, Munksjö, Lindenfarb, die Carl Zeiss AG, Hensoldt, Leitz, C. F. Maier, Günther + Schramm sowie weitere leistungsstarke Mittelständler. "Sie sind auf eine verlässliche, leistungsfähige und funktionierende Verkehrsinfrastruktur angewiesen – sowohl für Mitarbeitende als auch für Logistik, Lieferketten und den Kundenverkehr", kritisiert die IHK. Die derzeitige Verkehrssituation stelle insbesondere zu Stoßzeiten ein erhebliches Nadelöhr dar, an dem es regelmäßig zu langen Rückstaus auf der Bundesstraße B19 komme.
„Wir sprechen hier nicht über ein lokales Komfortproblem, sondern über einen strukturellen Engpass an einem zentralen Industriestandort“, erklärt Thilo Rentschler weiter. „Wer Wachstum, Fachkräftemobilität und Wettbewerbsfähigkeit sichern will, muss Infrastrukturprojekte auch konsequent umsetzen – und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.“
Wir sprechen hier nicht über ein lokales Komfortproblem, sondern über einen strukturellen Engpass an einem zentralen Industriestandort.
Thilo Rentschler, Hauptgeschäftsführer der IHK
Die IHK Ostwürttemberg fordert daher alle beteiligten Stellen – insbesondere das Verkehrsministerium in Stuttgart – auf, die Planungen nun zügig abzuschließen und die Umsetzung des Kreisverkehrs verbindlich mit einem straffen Zeitplan voranzubringen. Weitere Verzögerungen würden dem Wirtschaftsstandort Ostwürttemberg schaden und stünden "im klaren Widerspruch zu den immer wieder betonten Zielen von Planungssicherheit und Investitionsfreundlichkeit".
„Die Unternehmen brauchen endlich Klarheit und ein sichtbares Signal, dass dieses Vorhaben hohe Priorität hat“, betont Rentschler. „Der Kreisel an der B19 Oberkochen Süd muss kommen – und zwar ohne weitere jahrelange Zwischenschritte. Die Rückstaus an der Auf- und Abfahrt belasten täglich die gesamte Verkehrsachse auf mehrere Kilometer Länge.“

