Nach elf Jahren im Rewe-Getränkemarkt

Warum die Königsbronner Postfiliale zum Ende des Monats schließt

Für viele überraschend gab Markus Engelmann kürzlich bekannt, dass er die Postfiliale und Lotto-Annahmestelle im Königsbronner Rewe-Getränkemarkt zum Ende des Februars schließt. Warum er sich für diesen Schritt entschieden hat und wohin die Königsbronner künftig ihre Post bringen können:

Eigentlich ist Markus Engelmann ganz froh, dass sich die Zeitung meldet und er erklären kann, warum er die Königsbronner Postfiliale zum Ende des Monats schließen wird. Es habe nämlich nicht lange gedauert, bis die ersten Gerüchte im Dorf umherwaberten: Betreiber Engelmann sei pleite, hieß es hier, Engelmann schließe wegen „plötzlichen Reichtums“, hieß es dort, und Rewe habe ihn rausgeschmissen, behaupteten wiederum andere.

Gründe für die Schließung sind nicht finanzieller Natur

„Natürlich stimmt nichts davon“, sagt Engelmann. Die Gründe für seinen Entschluss sind stattdessen so banal wie nachvollziehbar: „Natürlich haben auch wir nach Corona gewisse Umsatzeinbußen gespürt“, sagt der 37-Jährige. Doch der Hauptgrund liege nicht im Finanziellen, sondern im Persönlichen: Auch er habe sich in den elf Jahren seit Eröffnung der Filiale weiterentwickelt: „Damals war ich ledig und hatte keine Kinder, ich habe im Prinzip jeden Tag in Königsbronn verbracht.“ Heute sieht das anders aus: Engelmann ist verheiratet und Familienvater.

Markus Engelmann vor der Postfiliale in Herbrechtingen: Genau wie der Heidenheimer Standort bleibt dieser erhalten. Rudi Penk

Zudem betreibt er noch zwei weitere Filialen im Landkreis: die in Herbrechtingen und die in Heidenheim, die sich zur Haupt-Postfiliale entwickelt hat und das ganze Team enorm fordert. Gemeinsam mit seiner Frau hat Engelmann deshalb Anfang des Jahres die Entscheidung getroffen, kürzer zu treten: „Wir möchten umstrukturieren und es uns schlicht und ergreifend einfacher machen“, erklärt er. „Ich weiß, dass das für die Königsbronner vieles schwerer macht, aber meine Entscheidung war eine persönliche und wurde zugunsten meiner Familie getroffen.“

Wo können die Königsbronner ihre Post aufgeben?

Die Frage ist nun, wie es mit der Post in Königsbronn weitergehen wird: Engelmann hält nach einem Nachfolger Ausschau, allerdings ist eine Übernahme der Geschäfte nicht ganz so einfach: „Es handelt sich um Post und Lotto, das kann man nicht von heute auf morgen übernehmen“, sagt Engelmann. Es stecke einiges an Bürokratie dahinter. Somit werde es definitiv eine Zeit geben, in der die Königsbronnerinnen und Königsbronner ohne Postfiliale auskommen werden müssen. „Ich weiß allerdings, dass sowohl die Post als auch Lotto auf der Suche nach bestehenden Geschäften sind, die das übernehmen können.“ Die Anzahl an solchen Möglichkeiten, das weiß man im Ort, ist allerdings gering.

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Heidenheim
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Und so bleiben zunächst nur die Postfilialen in den Nachbarorten Heidenheim, Steinheim oder Oberkochen. Was Pakete anbelangt, so gibt es immerhin die DHL-Packstation am Netto-Markt.

Eine Stammmitarbeiterin in Königsbronn betroffen

In der Königsbronner Postfiliale war laut Engelmann eine Stammmitarbeiterin beschäftigt. Ob sie in einer der anderen Filialen künftig arbeiten wird, ist noch nicht abschließend geklärt. „Das hängt auch davon ab, ob sie das möchte: Sie ist selbst Königsbronnerin“, sagt Markus Engelmann.