Der Tod von Ralf Glatzel hat in der regionalen Motorsportszene tiefe Bestürzung ausgelöst. Der 42-Jährige, der unter anderem in den Deutschen Tourenwagen Masters an den Start ging, erlag nach langer, schwerer Krankheit seinem Leiden. Glatzel als langjähriger Fahrer und Teamchef prägte über viele Jahre hinweg zahlreiche Rennserien und war die treibende Kraft hinter Glatzel Racing. Mit ihm verliert die Region nicht nur einen erfolgreichen Rennfahrer, sondern auch eine prägende Persönlichkeit des lokalen Motorsports.
Über viele Jahre hinweg war der Königsbronner auf den Rennstrecken unterwegs und sammelte zahlreiche Siege und Podestplätze. Sein größtes Projekt aber war sein eigenes Team: Das Glatzel Racing Team aus Königsbronn blickt auf eine über 30-jährige Geschichte im Motorsport zurück.
Bereits 1993 stieg die Familie Glatzel mit ersten Einsätzen im Kartsport ein, ehe Ralf Glatzel 2003 das Team offiziell gründete. Mit viel Hingabe und unermüdlichem Einsatz baute er das Team auf und formte es zu einer festen Größe in der Szene. Es folgten zahlreiche Stationen, wie der Einsatz in der Formel BMW Austria 2004 und die Teilnahme in der ADAC Procar, in der Glatzel von 2010 bis 2015 an den Start ging. 2015 feierte er mit dem Titel in der Deutschen Tourenwagen Challenge des DMSB seinen bislang größten Erfolg.
Nach dem Wechsel in den Deutschen Tourenwagen Cup (2016) etablierte sich Glatzel Racing ab 2017 in der Spezial Tourenwagen Trophy. 2018 und 2020 folgten jeweils der Gewinn der Division sowie der Gesamttitel. Weitere Erfolge waren der Gewinn des H&R-Cups auf europäischer Ebene im Jahr 2021 sowie der Vizemeistertitel bei der Spezial Tourenwagen Trophy 2022 auf dem Nürburgring und der Gewinn in der GTC-Race-Serie 2023. Erst 2023 erfüllte er sich mit dem Bau einer eigenen neuen Glatzel-Racing-Halle in der Wiesenstraße in Königsbronn einen weiteren Traum.
Die Lücke, die Ralf Glatzel hinterlässt, ist groß – im Motorsport ebenso wie im persönlichen Umfeld vieler Menschen, die ihn begleitet haben. Für seine Weggefährten war Glatzel weit mehr als ein Teamchef. Er galt als Vorbild, als Antreiber und als Mensch, der andere mit seiner Begeisterung für den Motorsport mitreißen konnte. „Er war das Herz von Glatzel Racing“, heißt es in einem Nachruf seines Teams. Seine Leidenschaft, seine Werte und sein Engagement hätten das Team geprägt und würden weit über seinen Tod hinauswirken.

