Von der Spontanidee zur beliebten Gaudi

Am 12. September 2026 findet wieder das Ochsenberger Tauziehturnier statt

Eine Gruppe junger Königsbronner und Ochsenberger organisiert zum vierten Mal ein Tauziehturnier beim Ochsenberger Schützenhaus. Wer dahintersteckt und warum sich das Event zur beliebten Gaudi entwickelt hat:

Am Mittwoch beginnen auf dem Gelände des Schützenhauses die Vorbereitungen fürs vierte Ochsenberger Tauziehturnier. Nun ist das Tauziehen, so denkt der Laie, eine Sportart, bei der es nicht allzu viel vorzubereiten geben sollte. Doch in Ochsenberg hat sich das Turnier mittlerweile zum kleinen Event gemausert: mit Essen, Trinken, Musik und anschließender Party.

Hinter dieser Gaudi steckt das „Chilleck“, eine Gruppe junger Ochsenberger und Königsbronner, die sich zusammengefunden haben, ihre Freizeit miteinander verbringen und kleine Events organisieren. Kein Verein, keine Organisation, einfach nur eine Gruppe von Freunden mit vielen Ideen.

Auch zwei Frauen-Mannschaften sind in diesem Jahr dabei. Foto: Oliver Vogel

Zu dieser Gruppe gehört auch der Königsbronner Fabian Seyboth, der erklärt, was das diesjährige Turnier am Samstag, 12. September, zu bieten hat: Um 15 Uhr beginnt die Bewirtung auf dem Gelände, ab 16 Uhr treten die zwölf Mannschaften nach und nach gegeneinander an. „Von der Betriebsratsgruppe über die Landjugend bis zu einer Mannschaft aus Affalterwang ist alles dabei“, sagt der 30‑Jährige. Jung, alt, Mann, Frau: Jede und jeder, der mitmachen möchte, darf mit einer Mannschaft mitmachen. Die Mannschaften für dieses Jahr sind allerdings bereits gesetzt. Die Turnierleitung übernimmt seit vier Jahren immer derselbe Schiedsrichter vom Tauziehclub Eiche Affalterried. Denn wer glaubt, dass es nur darum geht, wer stärker am Tau ziehen kann, liegt falsch: Es gibt Regeln, die einzuhalten sind:

Keine Profis, keine Tauziehschuhe

Da es sich um ein Hobby-Turnier handelt, sind keine Profis erlaubt. Auch professionelle Tauziehschuhe oder umgebaute Stiefel sind nicht gestattet. Jede Mannschaft besteht aus maximal neun Teilnehmern, es ziehen immer maximal sechs pro Seite. Während einer Begegnung darf kein Teilnehmer ausgetauscht werden. Für die Damengruppen gilt eine maximale Anzahl von zwölf Teilnehmerinnen, wobei immer sechs Frauen und ein Mann oder neun Frauen auf einer Seite ziehen.

Ist der sportliche Teil vorüber, beginnt in Ochsenberg die Party im und vor dem Zelt. Ende? Offen. Hunderte Besucherinnen und Besucher kommen mittlerweile zu der Gaudi auf den Ochsenberg.

Bleibt nur noch die Frage, warum es im kleinen Ochsenberg überhaupt ein solches Tauziehturnier gibt. „Die Ochsenberger haben eine Tauzieh-Vergangenheit“, erklärt Seyboth. Die Feuerwehr nahm in den 1990er- und 2000er-Jahren regelmäßig an Turnieren in Bergenweiler teil. Diese Tradition wird nun wieder in anderer Form wiederbelebt. Nachdem eine „Chilleck“-Mannschaft schon zum zweiten Mal bei einem Turnier in Affalterried erfolgreich gewesen war, beschlossen die Freunde 2023, ein solches Event vor die eigene Haustür zu holen.

Im Vordergrund steht der Spaß, für die Mannschaften und fürs Publikum. Foto: Oliver Vogel

Trainiert wird derzeit zweimal die Woche, denn die Ochsenberger haben einen Ruf beziehungsweise einen Titel zu verlieren: Im vergangenen Jahr belegten sie den ersten Platz. „Kraft allein reicht nicht“, sagt Seyboth. Wer gewinnen will, braucht eine Kombination aus Kraft, Technik und Ausdauer. Letzteres zumindest muss das Publikum lediglich beim anschließenden Feiern zeigen.