Automobilzulieferer

Warum die Firma Rotec in Hermaringen nicht gerettet werden konnte

Im Juni 2025 wurde bei der Rotec Präzisionsteile GmbH in Hermaringen ein Insolvenzverfahren eröffnet. Inzwischen ist klar, dass es für die Firma keine Zukunft mehr gibt.

Die Jahre der Rotec Präzisionsteile GmbH in unruhigem Fahrwasser haben nun mit der Schließung der Firma ein Ende gefunden. Das Hermaringer Unternehmen, das Drehteile aus allen zerspanbaren Materialien für die Automobilindustrie, den Maschinenbau und andere Industrien herstellte, begann 2024 mithilfe einer Unternehmensberatung ein umfassendes Restrukturierungsprogramm. Im Juni 2025 eröffnete das Amtsgericht Aalen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Trotzdem gab man sich damals hoffnungsvoll. Rechtsanwalt Markus Fröhlich, der zuerst Sachwalter und später – als die Eigenverwaltung durch das Amtsgericht aufgehoben wurde – Insolvenzverwalter war, ließ sich in einer Pressemitteilung wie folgt zitieren: „Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine erfolgreiche Sanierung erreichen werden.“

Warum es letztlich doch anders kam, erklärt Fröhlich jetzt auf Nachfrage der HZ. „Wir haben versucht, einen Verkaufsprozess durchzuführen, und hatten auch ein paar erfolgversprechende Angebote.“ Nach einer genauen Prüfung des Standortes habe ihn aber keiner der möglichen Käufer für nachhaltig, also für langfristige Produktion geeignet, gehalten. „Es ist zurzeit extrem schwierig, Interessenten im Zerspanungsbereich zu finden“, sagt Fröhlich mit Verweis auf die wirtschaftliche Lage bei vielen deutschen Automobilzulieferern. Auch Rotec hatte viel für dieses Segment produziert.

Noch bis Ende 2025 produziert

Als sich abzeichnete, dass es keine Lösung geben werde, bei der in Hermaringen weiter produziert werden könne, habe man dann entschieden, eine Ausproduktion zu machen, erklärt Fröhlich. Bis zum 31. Dezember 2025 wurden also möglichst viele bereits angenommene Aufträge abgearbeitet. Fröhlich lobt besonders die rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die trotz der bereits ausgesprochenen Kündigungen mit vollem Eifer weitergearbeitet hätten. „So reibungslos läuft es nicht immer“, sagt der Insolvenzverwalter.

Dadurch habe man ein bestmögliches Ergebnis für alle beteiligten Parteien erreichen können: Die Kunden seien so weit wie möglich beliefert worden, die Gläubiger hätten eine exzellente Insolvenzquote erhalten und für die Mitarbeiter habe es Prämien gegeben, ausgezahlt nach den Bestimmungen eines während des Insolvenzverfahrens aufgestellten Sozialplans und abhängig von Faktoren wie der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Seines Wissens nach hätten die meisten Mitarbeiter inzwischen neue Arbeitsstellen gefunden, sagt Fröhlich.

Arbeitgeber lehnte Beteiligung der Gewerkschaft ab

Eine Außenperspektive darauf gibt es nicht, denn Organisationen wie die IG Metall waren am Prozess nicht beteiligt. Auf Nachfrage erklärt Tobias Bucher, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Heidenheim, dass diese gleich zu Beginn des Insolvenzverfahrens Unterstützung angeboten hätte. „Dieses Angebot wurde zu unserem Bedauern von den Arbeitnehmervertretern nicht angenommen.“ Deshalb sei man nur einzelnen Mitarbeitenden, die Mitglieder der IG Metall sind, beratend zur Seite gestanden.

In Hermaringen bleiben nach all dem leere Hallen zurück. Die Maschinen, die laut Fröhlich nach Produktionsende noch einmal gründlich von den Mitarbeitern gewartet wurden, sind verkauft. Das Grundstück war laut Fröhlich zuletzt nicht Teil des Firmeneigentums von Rotec; in wessen Besitz es aktuell ist, kann er nicht sagen. Dass sich dort noch einmal eine Zerspanungsfirma ansiedeln wird, scheint jedenfalls unwahrscheinlich.

Die Rotec Präzisionsteile GmbH mit Sitz in Hermaringen stellt Drehteile aus zerspanbaren Materialien her.

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