Neues Buch

Mit Leonardo da Vinci zum besseren Team: Exil-Hermaringer Gerdt Fehrle erklärt moderne Führung

In seinem neuen Ratgeber „Das Da-Vinci-Prinzip“ erklärt der Unternehmer, Autor und Exil-Hermaringer Gerdt Fehrle, wie moderne Führung funktioniert. Und was es mit „Kudos-Box“ und Teeküchen-Talk auf sich hat.

Wer ein Manuskript Leonardo da Vincis entziffern möchte, tut gut daran, einen kleinen Spiegel zur Hand zu haben. Denn die schriftlichen Werke des Universalgelehrten wurden zumeist in der für ihn charakteristischen Spiegelschrift verfasst – wohl, weil Leonardo Linkshänder war, aber womöglich auch aus Gründen der Geheimhaltung.

Es ist nicht zuletzt dieses Um-die-Ecke-Denken, welches unzählige Menschen auch Jahrhunderte nach dem Tode des Renaissancekünstlers inspiriert. Gerdt Fehrle ist einer davon. Der Exil-Hermaringer verfrachtet den Italiener fast schon plakativ auf den Titel seines neusten Buches: „Das Da-Vinci-Prinzip“ soll ein Ratgeber sein. Ein Ratgeber darüber, wie Teams in Unternehmen lebendig, kreativ und verlässlich arbeiten können, und ein Ratgeber darüber, wie moderne Führung funktioniert. Mit letzterem Aspekt kennt Fehrle sich aus, so verfügt er über mehr als 30 Jahre Erfahrung als Führungskraft.

„Das Da-Vinci-Prinzip“ ist im Glockenbach-Verlag erschienen.
„Das Da-Vinci-Prinzip“ ist im Glockenbach-Verlag erschienen. Buchcover: Glockenbach-Verlag

Warum Leonardo da Vinci? Im Buch verrät Fehrle: „Leonardo war ein Meister darin, Disziplinen zu verbinden, Brücken zwischen Technik, Kunst und Wissenschaft zu schlagen.“ Genau solche benötige man heute mehr denn je, um Teams effektiv zu bilden, zu fördern, zu führen.

Konkret marschiert Fehrle in „Das Da-Vinci-Prinzip“ einmal quer durch die moderne Unternehmenskultur. Er erklärt, wie verschiedene Biorhythmen funktionieren und wie man diese in seinem Team respektieren und nutzen sollte. Er spricht über entspannte Disziplin, den gesunden Umgang mit Fehlern, über die Notwendigkeit des richtigen Bürostuhls und über die Bedeutsamkeit des Teeküchen-Talks.

„Erprobte Kunstgriffe aus gelebter Führungspraxis“

Am Ende ist dabei ein mit – oder trotz – knapp 190 Seiten schlanker und kompakter Ratgeber herausgekommen. Fehrles „erprobte Kunstgriffe“ sind nicht unbedingt bahnbrechend neu oder gar revolutionär abgeändert. In vielen Unternehmen sind sie zum Teil gang und gäbe – oftmals mit Erfolg.

Bis auf einige etwas zusammenhanglos eingefügte Zitate bleibt „Das Da-Vinci-Prinzip“ weitestgehend unprätentiös und kommt erfreulicherweise überwiegend ohne bedeutungsschwangere Corporate-Business-Begriffe aus den Untiefen der LinkedIn-Hölle aus. Nur dann und wann fallen Bezeichnungen wie „Tribal Leadership“, „Atomic Habits“ oder „Happiness-Index“.

„Happiness-Index“ und „Kudos-Box“

Letzterer Begriff fällt in einem Kapitel, in dem das Buch ganz konkrete Methoden aus Gerdt Fehrles höchsteigenem Berufsalltag auflistet. Im Rahmen der Wochenbesprechung markiert etwa jeder auf einer Skala von null bis zehn, wo er oder sie gerade in Sachen Stimmung steht. „Eine respektvolle Form der Psychohygiene“, beschreibt Fehrle das. Ab einem Wert von sechs wird nachgefragt. Nicht kontrollierend, sondern fürsorglich. Frust soll so bereits im Aufkeimen erkannt und idealerweise entkräftet werden.

Ebenfalls wöchentlich wird bei Fehrle die sogenannte „Kudos-Box“ geleert. Wer auch immer etwas Positives oder Lobendes über eine Kollegin oder einen Kollegen zu sagen hat, schreibt das anonym auf einen Zettel und wirft diesen in besagte Box. Bei der Wochenbesprechung werden die Zettel in der Runde laut vorgelesen. Aus dieser zunächst spielerischen Idee habe sich ein fester Bestandteil des Unternehmens entwickelt.

Also: Mehr Kudos, mehr Happiness. Mehr Leonardo.

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Hermaringen
Wochenendhermaringer

Im Glockenbach-Verlag erschienen

Geboren wurde Gerdt Fehrle 1961 in Stuttgart, im Alter von drei Jahren zog seine Familie mit ihm nach Hermaringen. 1966 ging es weg von Hermaringen Richtung Giengen, wo Fehrle bis zum Abitur die Schulbank drückte. 1976 zogen die Fehrles zurück nach Hermaringen.

Nach dem Studium arbeitete Gerdt Fehrle als Volontär beim Südwestfunk, anschließend als Volontär beim Münchner Hanser-Verlag. Seinen ersten Job gab ihm dann eine Münchner PR-Agentur. 1988 machte sich der Exil-Hermaringer selbstständig und gründete in München die PR-Agentur Prospero, die spezialisiert ist auf technische Fachpressearbeit besonders für Firmen und Verlage.

Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit hat Fehrle bereits mehrere Romane sowie Lyrik veröffentlicht. Seit 2012 ist er zudem Verleger. Zunächst beim Louisoder-Verlag, ab 2021 im selbst gegründeten Glockenbach-Verlag. „Das Da-Vinci-Prinzip“ ist in ebenjenem Glockenbach-Verlag erschienen und hat die ISBN 978-3-69028-518-6. Gerdt Fehrles Ratgeber ist direkt über glockenbach-verlag.de oder via Amazon zu beziehen.