Gemeinderatswahl

In Hermaringen treten die Kandidaten wieder mit einer gemeinsamen Bürgerliste an

15 Männer und vier Frauen bewerben sich in Hermaringen um einen Sitz im Gemeinderat, fünf von ihnen sind unter 30 Jahre alt.

Die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl ist überall schwierig. In Hermaringen hat man deshalb bereits 2019 einen neuen Weg eingeschlagen: aus drei Listen verschiedener Fraktionen wurde eine gemeinsame Bürgerliste. Auch für die kommende Wahl wird man bei dieser Lösung bleiben. 19 Bewerberinnen und Bewerber gibt es für die zwölf Ratssitze.

Aus seiner Sicht habe sich die gemeinsame Liste bewährt und die Vorteile würden überwiegen, so Robert Schmid, Stellvertreter des Bürgermeisters und seit 1999 Gemeinderatsmitglied. Damals habe es noch viel mehr Bewerber gegeben und es sei gar nicht so selbstverständlich gewesen, dass man am Ende auch gewählt worden sei. Aufgrund des Verhältniswahlrechtes hätten zum Teil eben auch Kandidaten mit deutlich weniger Stimmen, aber einem besseren Listenplatz das Rennen gemacht.

Mit nur einer Liste ändert sich in Hermaringen das Wahlverfahren zum Mehrheitswahlrecht. Das bedeutet, dass die Bewerberinnen und Bewerber dann tatsächlich nach der Anzahl ihrer Stimmen ins Gemeindeparlament einziehen.

In kleinen Gemeinden zählt die Person und nicht die Partei

Im Kreis Heidenheim ist Hermaringen die einzige Gemeinde, die nach diesem Verfahren wählen wird. Insgesamt ist es in Baden-Württemberg vor allem bei kleinen Gemeinden, in denen man die Personen meistens persönlich kennt, gar nicht so selten. Parteizugehörigkeit spielt da offenbar eine untergeordnete Rolle.

Dennoch sei es auch diesmal nicht einfach gewesen, die Liste zu füllen, so Schmid. Drei Ratsmitglieder werden nicht mehr zur Wahl antreten: Gerhard Burkhardtsmaier (Ratsmitglied seit 1999), Ute Kölbel und Hans Ott (beide seit 2014). Ihr Ansinnen sei es unter anderem gewesen, Platz zu machen für die junge Generation. Zukunftsthemen, wie beispielsweise der Bau von Windrädern, sollten auch von jungen Leuten mitentschieden werden.  

Die Rechnung scheint aufgegangen zu sein: von 19 Kandidatinnen und Kandidaten sind fünf unter 30 Jahre alt. Jüngster Bewerber ist der 22-jährige Joel Heinzmann.

Sehr schwer sei es gewesen, Frauen für die Kandidatur zu gewinnen, so Robert Schmid, der mit 60 Jahren ältester Kandidat ist. Am Ende treten jetzt vier Frauen und 15 Männer an.

Und so sieht die Liste aus: Sebastian Basler (Produktionsingenieur, 35 Jahre), Martin Birzele (Fertigungsleiter, 40 Jahre), Martin Brandstätter (Maschinenbauingenieur, 27 Jahre), Holger Brezger (Dipl. Bankbetriebswirt, 42 Jahre), Stefan Czichon (Techniker, 52 Jahre), Susanne Frey (Dipl. Betriebswirtin FH, 50 Jahre), Martin Gansloser (Landwirtschaftsmeister, 35 Jahre), Michael Gauger (Feinwerkmechanikermeister, 31 Jahre), Joel Heinzmann (Student Landwirtschaft, 22 Jahre), Julie Elise Kreh (Pflegekraft/Studentin Sozialarbeit, 24 Jahre), Holger Lehmann (Betriebswirt, 49 Jahre), Thorsten Mack (Gruppenkoordinator, 45 Jahre), Peter Müller (selbst. Forstwirt, 57 Jahre), Wolfgang Nothelfer (Steuerberater, 55 Jahre), Luise Pirincci (Apothekerin, 29 Jahre), Robert Schmid (selbst. Zimmerer- und Dachdeckermeister, 60 Jahre), Dirk Richard Venghaus (Dipl-Ing. FH, 58 Jahre), Niklas Wirth (Bachelor Professional Agrarwirtschaft, 26 Jahre), Stefanie Zengerle  (Assistenz der Geschäftsführung, 47 Jahre).

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