Viele Gäste in der Güssenhalle

So verlief der letzte Neujahrsempfang von Hermaringens Bürgermeister Jürgen Mailänder

Für den Sonntagvormittag hatte Jürgen Mailänder zu seinem letzten Neujahrsempfang als Hermaringens Bürgermeister in die Güssenhalle geladen. Die Bürger seines Ortes kamen zahlreich.

Noch einmal viele Hunderte persönliche Begrüßungen und viele Hunderte Male ein bisschen Smalltalk führen: Jürgen Mailänder, der am 1. April seine Amtsgeschäfte an Lennart Schmeißer übergeben wird, hatte im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Denn zu seinem mittlerweile 20. Hermaringer Neujahrsempfang konnte sich der Schultes über besonders viele Gäste freuen.

In der Hermaringer Güssenhalle wurde am Sonntag Neujahrsempfang gefeiert.

Bürgermeister Jürgen Mailänder blickt voraus und zurück und appelliert an die Hermaringer

In seiner Ansprache beim Neujahrsempfang ging Hermaringens Bürgermeister Jürgen Mailänder auf Erreichtes und Geplantes, bürokratische Hürden und gesetzliche Stolpersteine ein. Auch einen Appell richtete er an die Bürger.
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Hermaringen
Neujahrsempfang in Hermaringen

Unter denen befand sich auch sein Amtsnachfolger Lennart Schmeißer. Der 25-Jährige, der momentan noch als persönlicher Referent des Heidenheimer Oberbürgermeisters Michael Salomo tätig ist, war am 1. Februar mit über 73 Prozent der abgegebenen Stimmen gleich im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister Hermaringens gewählt worden.

Großer Zuspruch

Für Mailänder unterstreiche der große Zuspruch seitens Bürgerinnen und Bürgern zum traditionellen Neujahrsempfang dessen hohen Stellenwert, so der Bürgermeister in seiner Begrüßungsrede. Der für ihn natürlich ein ganz besonderer sei, so Mailänder. In Richtung seines Nachfolgers sagte er, dass er sich sicher sei, dass man „am vergangenen Sonntag eine gute Wahl getroffen“ habe und das Schmeißer Hermaringen in eine gute Zukunft führen werde.

Seiner Ansicht nach habe das Jahr 2026 weder leicht, noch leise begonnen, „sondern mit einer gewissen Schwere. Mit vielen Fragen. Mit Unsicherheiten. Und auch mit Sorgen, die wir so in dieser Dichte lange nicht kannten“, so Mailänder. Zwar sei so ein Jahreswechsel neben dem Rückblick auch immer der Versuch, nach vorne zu schauen, dies falle derzeit aber schwerer als früher. Nicht weil man mutloser geworden wäre, „sondern weil die Welt unübersichtlicher geworden ist“.

Hermaringens scheidender Bürgermeister Jürgen Mailänder beim traditionellen Neujahrsempfang. Foto: René Rosin

Man lebe in einer Zeit, in der sich Gewissheiten auflösten, vertraute Sicherheiten brüchig würden und alte Antworten nicht mehr ausreichten. Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnungen geraten unter Druck, so der Bürgermeister. Und obwohl die Klimakrise weiter vorangeschritten sei, würde diese „trotz bereits immer stärker spürbarer Auswirkungen“ nicht eingedämmt.

Als weitere ungelöste Probleme zählte er die Konjunkturaussichten, die großen strukturellen Aufgaben, die eklatante Finanznot der Kommunen sowie die fiskalischen und sozialen Herausforderungen auf. Und das alles spiele sich vor dem Hintergrund einer ungemütlichen Großwetterlage auf unserem Planeten ab. „Angesichts dieser Realitäten fällt es zunächst scheinbar schwer, eine zuversichtliche und hoffnungsfrohe Neujahrsansprache zu halten“, so Mailänder.

Gleichwohl brauche es allerdings Zuversicht und Hoffnung, sagte der Bürgermeister. Und führte beispielhaft das Miteinander in Hermaringen und das große Engagement der Ehrenamtlichen im Dorf an. Es sei sehr schön zu sehen, „wie Menschen sich für Menschen engagieren und Gutes tun“. Es gebe sehr viele Menschen in Hermaringen, die Gemeinsinn leben würden und „dabei fast immer Freundlichkeit ausstrahlen“. Im Anschluss wurden zahlreiche Ehrenamtliche, Blutspender und Sportlerinnen und Sportler geehrt.

Kein kommunaler Ausblick

Angesichts der Tatsache, dass er nach 24 Jahren seine Amtsgeschäfte abgibt, verzichtete Jürgen Mailänder auf seinen traditionellen kommunalen Ausblick auf das, was im laufenden Jahr auf die Gemeinde und ihre Einwohnerinnen und Einwohner zukommen werde. Auf zwei spezielle Anlässe ging er dann allerdings doch ein. Nämlich einerseits die Verlagerung der Unternehmenszentrale der Kling-Gruppe nach Hermaringen zum Ende dieses Jahres. Und die Tatsache, dass man letzte Woche einen positiven Fördermittel-Bescheid für eine erste Rate in Höhe von 900.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen im Altdorf erhalten habe. Damit könne man in den kommenden acht bis zehn Jahren die seit 2003 laufende Sanierung des Dorfes fortsetzen, so der Bürgermeister.

Der Amtsinhaber und sein Nachfolger: Jürgen Mailänder überreichte Lennart Schmeißer am Sonntagabend einen symbolischen Staffelstab.

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