Den gescheiterten Breitbandausbau durch die Netcom BW bezeichnete Stadtrat Thomas Österle (CDU) in seiner Haushaltsrede in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats als „eine der größten lokalpolitischen Enttäuschungen des vergangenen Jahres“. „Schnelles Internet gehört zur Grundversorgung wie ein Strom- oder Wasseranschluss.“ Es sei frustrierend, dass in Herbrechtingen Stillstand herrsche, während in Nachbargemeinden der Netzausbau vorankomme.
Vergabe der Tiefbauarbeiten im April 2026
Bürgermeister Daniel Vogt hatte am Ende der Sitzung jedoch Neuigkeiten zum Thema schnelles Internet. „Wir haben von der Netcom ein positives Signal erhalten“, sagte er. Die Ausschreibung für die notwendigen Tiefbauarbeiten seien für die fünfte Kalenderwoche des neuen Jahres geplant, sodass die Vergabe im Idealfall in Kalenderwoche 15, also ab dem 6. April, stattfinden könne. „Das ist ein Lichtblick für uns.“ Insbesondere, weil man in den vergangenen Monaten überhaupt keine Informationen von der Netcom BW bekommen habe.
40 Prozent der Haushalte hatten Interesse
Die Netcom BW will eigenwirtschaftlich in Herbrechtingen und den Teilorten das Glasfasernetz ausbauen und rund 20 Millionen Euro investieren. Schon im vergangenen Jahr war klar, dass sich der eigenwirtschaftliche Ausbau des Glasfasernetzes in Herbrechtingen, Bolheim, Eselsburg, Anhausen und Bissingen ob Lonetal für das Unternehmen lohnen würde: Mehr als 40 Prozent der Haushalte hatten in der Vorvermarktungsphase Interesse bekundet. Angestrebt worden waren mindestens 35 Prozent.
Allerdings hat sich nach Aussage von Netcom BW die Suche nach einem Generalunternehmer für die bauliche Umsetzung des Vorhabens schwieriger als gedacht gestaltet. Der Infrastrukturmanager des Unternehmens, Manuel Sanwald, begründete das mit knappen Kapazitäten auf dem Tiefbaumarkt. Aus diesem Grund musste die Vergabephase verlängert werden. Wenn die Vergabe der Arbeiten nun im Frühjahr stattfinden kann, könnten die Bagger in Herbrechtingen wohl aber ab Herbst rollen. Laut Netcom BW werden im Zuge der Baumaßnahmen dann mehr als 1700 Adressen im Stadtgebiet an das Highspeed-Netz angebunden werden.

