Die letzte Ruhe unter einem Apfelbaum finden. Für viele Herbrechtingerinnen und Herbrechtinger ist das offenbar eine tröstliche und schöne Vorstellung, wenn man selbst oder die Liebsten nach dem Tod auf diese Weise beigesetzt werden. Diese alternative Form der Bestattung ist seit Januar 2021 in Herbrechtingen möglich und hat sich innerhalb kurzer Zeit zur beliebtesten gemausert, wie Ingrid Waizmann, die in der Stadtverwaltung für die Friedhöfe zuständig ist, zu berichten weiß. Alle 84 Baumgräber seien inzwischen belegt, manche sogar bereits doppelt – wie es bei Ehepaaren gern angenommen wird.
Auf dem Wartbergfriedhof hatten Auszubildende des städtischen Bauhofs im Jahr 2020 eine Baumgrabanlage in Eigenregie entworfen und umgesetzt. Es wurden sieben Apfelbäume gepflanzt – einer mittig, umringt von den anderen sechs. Um jeden Stamm herum wurden Röhren in die Erde eingesetzt, die Platz für zirka zwölf Urnen bieten. Dadurch bleiben die Urnen an Ort und Stelle und können von den Wurzeln nicht verdrängt werden. Als Grabsteine fungieren sogenannte Kissen, die an entsprechender Stelle an den Stamm gesetzt werden. Darüber hinaus wurden Kieswege angelegt und zwei Sitzbänke für die Angehörigen montiert. Dies soll den Park-Charakter des Friedhofs unterstreichen.

