Deutscher Gewerkschaftsbund

Nach geplantem Stellenabbau bei Osram in Herbrechtingen: DGB reagiert und fordert Sicherheit

Die Ortsgruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) reagiert auf die jüngst erfolgte Nachricht, dass im Herbrechtinger Werk von Osram hunderte Arbeitsplätze wegfallen sollen:

In einer Versammlung der örtlichen Gewerkschaftsmitglieder reagiert der DGB-Ortsverband auf den geplanten Stellenabbau bei Osram. In einem gemeinsamen Brief fordert der Ortsverband nun eine Wirtschaftspolitik, die sichere Arbeitsplätze und soziale Sicherheit garantiert.

Stellenabbau trotz schwarzer Zahlen

Wie es in der Veröffentlichung der Ortsgruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes heißt, gäbe es solche Nachrichten derzeit täglich im ganzen Land, nachdem die "Wirtschaftsmächtigen" ihre Entscheidungen getroffen hätten. Über dieses Verhalten, das stark an Gutsherrenmanier erinnert, sind die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter verärgert und sind außerdem empört, weil das Herbrechtinger Werk erfolgreich mit schwarzen Zahlen dasteht. Die Belegschaften würde zum Spielball, Zukunftsangst und Planungsunsicherheit begleiten den Alltag der Familien, beklagen die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter.

Dasselbe gilt laut Mitteilung des DGB auch für das kommunale und das gesamte Gemeinwesen. Die gewerkschaftliche Sichtweise mache klar, dass die wirtschaftlichen Entscheidungen ausschließlich aus den jederzeit erwarteten Profitsteigerungen der Kapitaleigner getroffen werden, daraus ergebe sich ein Konkurrenzkampf in den Branchen untereinander, im nationalen und internationalen Maßstab. Die Beschäftigten, die Schöpfer der Vermögen für die Reichen, müssen die Zeche zahlen, so die bittere Erkenntnis der Versammelten.

Davon abgeleitet fordern die Gewerkschaften eine grundsätzliche andere Wirtschaftspolitik, in der nicht der Profit der Kapitalgesellschaften im Vordergrund steht, sondern die Befriedigung der gesellschaftlichen Bedürfnisse wie Arbeit und Brot, Wohnen, Gesundheit, Bildung und Chancengleichheit. Nicht zuletzt Arbeitszeitverkürzung mit vollem Lohnausgleich statt Personalabbau. Die Gewerkschaftsmitglieder in Herbrechtingen wollen dies zum Prüfstein für die Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl machen.

Seit 80 Jahren gibt es das Osram-Werk in Herbrechtingen. In den vergangenen Jahren gingen aber immer mehr Arbeitsplätze dort verloren.

So protestierten 45 Osram-Beschäftigte aus Herbrechtingen gegen den geplanten Stellenabbau

Am Standort von ams Osram in Herbrechtingen sollen weiteren 100 Arbeitsplätze wegfallen. Den Produktionsstandort Schwabmünchen will Osram komplett schließen. 45 Beschäftigte aus Herbrechtingen protestierten dagegen mit weiteren Osram-Kolleginnen und -Kollegen am Donnerstag in München.
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Proteste in München