Mit deutlicher Mehrheit hat die Freiwillige Feuerwehr Herbrechtingen bei ihrer Hauptversammlung am Freitagabend ihren Kommandanten im Amt bestätigt und einen neuen Stellvertreter gewählt. Sascha Frey bleibt weiterhin Kommandant, während Tobias Schmidt künftig als stellvertretender Kommandant an seiner Seite stehen wird. Beide erhielten bei den Wahlen außergewöhnlich hohe Zustimmungswerte.
Zuvor blickte Frey auf ein arbeitsreiches Jahr für die Feuerwehr zurück. Insgesamt zählt die Wehr derzeit 239 Mitglieder. Davon gehören 142 den Einsatzabteilungen Herbrechtingen, Bolheim, Bissingen und Hausen an, 38 engagieren sich in der Jugendfeuerwehr und 59 Mitglieder sind Teil der Altersabteilung. Auch strukturell entwickelt sich die Feuerwehr positiv: Das Durchschnittsalter der Aktiven sank von 37 auf 35 Jahre. Gleichzeitig wächst der Frauenanteil: Neun Frauen sind aktuell in den Einsatzabteilungen aktiv. „Wir werden weiblicher und jünger“, stellte Frey fest.
Neben den Einsätzen nimmt die Ausbildung weiterhin einen großen Stellenwert ein. Insgesamt 4005 Übungsstunden leisteten die Einsatzabteilungen im vergangenen Jahr. Dabei wurden sowohl grundlegende Tätigkeiten trainiert als auch neue Techniken und Einsatzszenarien geübt. Dieses Engagement hob auch Bürgermeister Daniel Vogt in seiner Ansprache hervor.
Mehr Brandeinsätze im Verlauf des Jahres
Die Zahl der Einsätze ging im Jahr 2025 leicht zurück. Nach 176 Einsätzen im Jahr zuvor rückte die Feuerwehr noch zu 148 Einsätzen aus. Dennoch stieg der zeitliche Aufwand deutlich: Insgesamt 2938 Einsatzstunden waren erforderlich. Rund 900 Stunden mehr als im Vorjahr. Besonders auffällig war ein Anstieg bei den Brandeinsätzen, der sich im Jahresverlauf deutlich bemerkbar machte. Gleichzeitig gingen technische Hilfeleistungen zurück, nicht zuletzt, weil größere Unwetterlagen ausblieben. Positiv entwickelte sich auch die Zahl der Fehlalarme, insbesondere bei Brandmeldeanlagen.
Auch organisatorisch und technisch wurde im vergangenen Jahr einiges umgesetzt. So wurde die Funkzentrale in Herbrechtingen umfassend modernisiert. Sie dient künftig auch als Führungsstelle bei größeren Schadenslagen und ist für den Fall eines Notrufausfalls als sogenannter „Leuchtturm“ vorbereitet – eine zentrale Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, um Hilfe zu suchen oder Notfälle zu melden.
Nicht genügend Umkleidemöglichkeiten in Bolheim
In Bolheim steigen die Mitgliederzahlen weiterhin an. So stark, dass die Umkleideräume inzwischen an ihre Grenzen stoßen. Übergangsweise wurde deshalb ein zusätzlicher Umkleidecontainer aufgestellt.
Zu den aktuellen Projekten gehört außerdem ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug für die Abteilung Bissingen. Das Fahrzeug wurde im Februar übernommen und wird derzeit intensiv beübt, bevor es in den Einsatzdienst geht. Parallel entsteht in Zusammenarbeit mit dem Landkreis sowie den Städten Giengen und Herbrechtingen ein neues Konzept für Einsatzleitwagen. Zwei Fahrzeuge befinden sich derzeit beim Aufbauhersteller und sollen voraussichtlich im Sommer in Dienst gestellt werden.

Ein wichtiger Blick richtet sich zudem auf den neuen Feuerwehrbedarfsplan der Stadt, der voraussichtlich im Sommer vorgestellt wird. Der Bedarfsplan analysiert unter anderem Einsatzaufkommen, Ausrüstung, Standorte und Personalstruktur der Feuerwehr und dient als Grundlage für zukünftige Entscheidungen und Beschaffungen. Damit wird er maßgeblich die weitere Entwicklung der Feuerwehr Herbrechtingen in den kommenden Jahren bestimmen.
Tobias Schmidt kommt für Daniel Zeiher
Den Höhepunkt des Abends bildeten schließlich die Wahlen der Feuerwehrführung. Amtsinhaber Sascha Frey stellte sich erneut zur Wahl und wurde mit einem starken Ergebnis in seinem Amt bestätigt. Der bisherige stellvertretende Kommandant Daniel Zeiher hatte sich entschieden, nicht mehr zu kandidieren. Als neuer Kandidat trat Tobias Schmidt an und wurde von der Versammlung mit einem ebenfalls eindeutigen Ergebnis gewählt. Bürgermeister Vogt sprach von „traumhaften Ergebnissen“ und dankte beiden für ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Das neu gewählte Führungsduo zeigte sich dankbar für das große Vertrauen und blickt zuversichtlich auf die kommende Zusammenarbeit.
In seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Vogt die Feuerwehr als tragende Säule der Stadtgesellschaft. Die Einsatzkräfte stünden rund um die Uhr bereit – bei Tag und Nacht, an Wochenenden und Feiertagen. Dieses Engagement sei keineswegs selbstverständlich und verdiene große Anerkennung. Die Stadt werde die Feuerwehr daher auch künftig bestmöglich unterstützen.
Ehrenmedaille für Richardt Renner
Neben Berichten und Wahlen standen auch zahlreiche Ehrungen auf dem Programm. Eine besondere Auszeichnung erhielt Richardt Renner: Für herausragende Leistungen wurde ihm die Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg verliehen.

