Wir alle möchten unsere Freiheit leben können in einer Zeit mit vielen Ängsten, Einschränkungen und Anforderungen an unser tägliches Leben. Da braucht es Ventile, um all diesen Druck einmal abzulassen und „Freiheit“ zu spüren.
Eine dieser Gelegenheiten bietet sich alljährlich für motorsportliebende Zweiradfans beim Stoppelcross-Rennen auf den abgeernteten Maisfeldern in Bissingen. Dieses Event wird von Jahr zu Jahr größer und beliebter. Das ist schon daran zu erkennen, dass die ersten Fahrer mit Hängern und Motorrädern darauf bereits am Freitagnachmittag die provisorisch bereitgestellte Campingwiese anfahren, um dort ihren Kurzurlaub zu verbringen.
Dies steigert sich dann bis zum Hauptrennen am Sonntag mit zugeparkten Feldwegen. Der sonst so ruhige und idyllische Ort inmitten von Feldern und grünen Wiesen ist für zwei Tage im Ausnahmezustand.
Die Autos und Anhänger werden überall an den Feldrändern abgestellt.
Ein Durchkommen selbst für Radfahrer, welche den überregionalen und beliebten Radweg nutzen, ist kaum noch möglich. Die provisorische Campingwiese und die Fläche, um dort zu parken, reicht bei weitem nicht aus, um die unzähligen Autos aufzunehmen.
Ganz zu schweigen von der Hygiene: Drei spärliche Toiletten, welche für Besucher und Eventteilnehmer bereitgestellt wurden, sind viel zu wenig! Vielleicht wurden diese anfänglich noch benutzt. Viele der Besucher und Teilnehmer ziehen es jedoch vor, sich eine andere Möglichkeit der Erleichterung zu suchen.
Fazit: Motorenlärm, Automassen, hygienisch bedenkliche Zustände, eine Wiese, auf welcher Motorräder nicht immer ordnungsgemäß betankt wurden und die jetzt wieder für Tierfutter genutzt werden wird. Der Acker, auf welchem nun wieder Gerste angebaut wird, nachdem Motorräder ihre Kurven gedreht und viel Staub aufgewirbelt und Benzin und Abgase hinterlassen haben.
Die Veranstalter sollten darüber nachdenken, ob der Stoppelcross an diesem Ort zukünftig noch besser organisiert werden kann, um Umwelt, Mensch und Ressourcen besser zu schonen. Vielleicht wäre ein Beitrag für die Umwelt ein wichtiges und angemessenes Zeichen für die Bereitstellung der Flächen?
Karin Krämer de Rodriguez, Bissingen