Konjunkturumfrage der IHK

Zurückhaltender Konsum und Unsicherheiten: Wie Unternehmen in Ostwürttemberg die aktuelle Lage einschätzen

Die Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg fragt regelmäßig bei Unternehmen nach der wirtschaftlichen Situation. Das sind die Ergebnisse der neuesten Befragung.

In Ostwürttemberg hat sich das konjunkturelle Stimmungsbild zum Jahresbeginn 2026 gegenüber den Vormonaten leicht verbessert. Das geht aus einer Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwürttemberg hervor.

Thilo Rentschler, IHK-Hauptgeschäftsführer, fasst die Ergebnisse zusammen: „Zwar zeigen die Unternehmen in Ostwürttemberg erste Schritte raus aus der Talsohle, doch hohe Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie, internationaler Wettbewerbsdruck und Zollturbulenzen bremsen Investitionen und Beschäftigung.“ 31 Prozent der Unternehmen in Ostwürttemberg beschreiben ihre Geschäftslage weiterhin als gut, die Hälfte bewertet sie mit „befriedigend“ und jedes fünfte mit „schlecht“. Hauptrisiko und größte Herausforderung für 62 Prozent der Unternehmen ist weiterhin die Inlandsnachfrage. Von Bedeutung sind aber auch die Arbeits- und Energiekosten.

Keine große Bereitschaft zu Einstellungen

Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate zeigt keine Stabilisierung: Weiterhin gehen zwar 13 Prozent der befragten Unternehmen von steigenden Beschäftigtenzahlen aus – jedoch plant nun jedes dritte Unternehmen mit Freistellungen (33 Prozent). 54 Prozent der Unternehmen wollen ihre Personalstärke stabil halten. Die Investitionsbereitschaft hat sich der Befragung zufolge wieder leicht verbessert: Fast 60 Prozent der Unternehmen sprechen von zunehmender oder gleichbleibender Investitionsbereitschaft, insbesondere aus Gründen der Digitalisierung, vier von zehn Unternehmen wollen Innovationen fördern bzw. jedes dritte rationalisieren. Jedes fünfte Unternehmen will seine Kapazitäten erweitern. 54 Prozent der Unternehmen sprechen von einer problematischen Finanzlage, im Herbst waren es noch 45 Prozent.

IHK-Chef Thilo Rentschler kommentierte die neuen Ergebnisse der Konjunkturumfrage.

Stimmungsbarometer bei Unternehmen in Heidenheim und Region: Vorsichtiger Optimismus trotz Stagnation

In Ostwürttemberg hat sich das konjunkturelle Stimmungsbild im Frühjahr 2025 gegenüber den Vormonaten verbessert: Die Wirtschaft in Ostwürttemberg steckt zwar weiter in einer Stagnation, die Geschäftslage verbessert sich in diesem Frühjahr noch nicht. Der Konjunkturklimaindikator steht jedoch – dank optimistischerer Zukunftserwartungen – wieder auf dem letztjährigen Niveau.
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Heidenheim
IHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2025

Trotz leichter Verschlechterung bei Umsätzen und Ertragslage verbessern sich die Umsatzerwartungen der Unternehmen und ihre Auftragseingänge: 29 Prozent sprechen von steigenden und 23 Prozent von sinkenden Umsatzerwartungen. 19 Prozent der Unternehmen gehen von steigenden Auftragseingängen aus (plus drei Prozentpunkte im Vergleich zum Herbst 2025) und 23 Prozent von sinkenden Eingängen (minus zwölf Prozentpunkte).

Blick in die Branchen

In der Industrie zeigen sich zu Jahresbeginn erste Anzeichen einer Stabilisierung: 23 Prozent der Industrieunternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage mit „gut“, 26 Prozent mit „schlecht“. Im Vergleich zur letzten Umfrage überwiegt jedoch die optimistischere Erwartungshaltung: 17 Prozent sprechen von einer Verschlechterung in den kommenden zwölf Monaten. Die Kapazitätsauslastung ist von 78 auf 76 Prozent gesunken. Die Antworten zu den Auftragseingängen lassen jedoch auf eine Erhöhung der Kapazitäten hoffen: Im Herbst 2025 sprachen noch 44 Prozent von fallenden Auftragseingängen. Dieser Wert hat sich nun halbiert auf 21 Prozent.

Die Restrukturierungspläne in den Industrieunternehmen setzen sich fort: 50 Prozent wollen die Belegschaft halten. 38 Prozent wollen Beschäftigte entlassen, was einer Erhöhung von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Herbst 2025 entspricht.

Die Handelsunternehmen in Ostwürttemberg bewerten ihre Geschäftslage weiterhin überwiegend als „befriedigend“ (66 Prozent), lediglich sieben Prozent sprechen von einer guten Geschäftslage. Insbesondere der Einzelhandel leidet der Befragung zufolge unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Auch das Weihnachtsgeschäft blieb hinter den Erwartungen zurück und belastet Umsätze und Erträge weiterhin spürbar. 35 Prozent der Handelsunternehmen wollen die Beschäftigtenzahlen reduzieren – im Herbst waren es noch 19 Prozent.

Der zum Jahresende 2025 erkennbare positive Trend im Baugewerbe hat sich zu Jahresbeginn 2026 abgeschwächt. Nicht mehr die Hälfte, sondern lediglich ein Drittel der Unternehmen bewertet die Geschäftslage als gut. Kein Betrieb rechnet mit einer Verbesserung, 33 Prozent erwarten eine Verschlechterung. 19 Prozent melden steigende Aufträge, nachdem zu Jahresbeginn 2025 kein Unternehmen diese Kategorie gewählt hatte. Impulse erwartet vor allem der Hochbau durch die Infrastrukturpakete. Auch im privaten Wohnungsbau mehren sich Anzeichen einer Erholung.

Die Dienstleister sind weiterhin überdurchschnittlich zufrieden mit der aktuellen Situation und blicken zuversichtlich in die Zukunft: Jedes dritte Unternehmen spricht von steigenden Auftragseingängen, insbesondere ITK- und Beratungs-Dienstleister tragen positiv zu dieser Entwicklung bei. Im Transport- und Verkehrsgewerbe hat sich die Geschäftslage zum Herbst verbessert: 29 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als gut, 13 Prozent als schlecht.

Im Hotel- und Gaststättengewerbe bewerten 38 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 56 Prozent als befriedigend. Die Ertragslage hat sich leicht entspannt, während sich die Zimmerauslastung in der Hotellerie bei allen befragten Betrieben erhöht hat. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich verbessert: Jedes zweite Unternehmen rechnet mit einer positiven Geschäftsentwicklung, 13 Prozent mit einer Verschlechterung. Entsprechend steigt die Investitionsbereitschaft von knapp 28 Prozent auf 44 Prozent.

Drei Umfragen im Jahr

Dreimal im Jahr veranstaltet die IHK ihre große Umfrage zur Konjunktur bei den Unternehmen in Ostwürttemberg. Für die Auswertung nutzt die Kammer übliche Verfahren der Marktforschung. Aus der Grundgesamtheit der gewerblichen Wirtschaft zieht die IHK eine repräsentative Auswahl von Unternehmen aller Größen und Branchen. Im Zeitraum von Ende Dezember 2025 bis zum 20. Januar 2026 haben 191 von 466 befragten Unternehmen an der Umfrage teilgenommen.