Früher war nicht alles besser, das soll kein Nostalgie-Text werden. Früher – und dieses Früher liegt maximal 30 Jahre zurück – gab es aber in der Heidenheimer Innenstadt deutlich mehr Geschäfte mit einer größeren Bandbreite von Angeboten als heute. Das ist jedoch kein Heidenheimer Phänomen: Die Aussage gilt genauso für Giengen, wo von den vielen Fachgeschäften nur noch ein paar wenige übrig geblieben sind. Der Einzelhandel hat einen krassen Wandel erfahren, und den haben natürlich zumindest zum Teil auch die Kundinnen und Kunden mit ihrem Verhalten herbeigeführt.

Warum die Bushaltestellen an der Heidenheimer Grabenstraße verlegt werden
Sehr viele Dinge werden heute online bestellt, wo es eine unbegrenzte Auswahl an Produkten zu kaufen gibt und man sich den besten Preis aussuchen kann. Die Händlerinnen und Händler vor Ort können mit kompetenter Beratung, Anprobe und Serviceleistungen punkten – wenn sie das gut machen. Eine globale Entwicklung aufhalten können sie aber leider auch nicht.
Die Innenstädte kämpfen also mit schwindender Attraktivität und Leerständen. Und was macht die Stadt Heidenheim? Sie weitet die Fußgängerzone aus, indem sie die Grabenstraße für den Verkehr sperrt. Erhöht das nun die Attraktivität der Innenstadt oder schafft man nur noch mehr toten Raum und Nachteile für diejenigen, die mit Bus oder Taxi fahren?
Selbst die ansässigen Händler und Gastronomen sind sich nicht einig, ob sie die Veränderung, die der Gemeinderat im Dezember beschlossen hat, gut oder schlecht finden, hat diese Woche ein Text meiner Kollegin Karin Fuchs gezeigt. Womöglich gilt es auch, zunächst die noch ausstehende Veränderung im Rathausumfeld abzuwarten, die mit dem Ende des Gebäudeumbaus in diesem Jahr erfolgt.

Fußgängerzone: Die Grabenstraße in Heidenheim sucht ihr neues Gesicht
Klar ist aber auch: Die Heidenheimer Innenstadt braucht neue Impulse und Attraktionen, damit hier wieder ein Anziehungspunkt entsteht. Zuletzt waren es vor mehr als 20 Jahren die Schloss-Arkaden, die frischen Wind in die Innenstadt brachten. Die Systemgastronomie Extrablatt, die man im Elmar-Doch-Haus ab 2029 erwartet, wird auch nicht der alleinige Heilsbringer sein. Vielleicht braucht es in Zukunft mehr als Handel und Gastronomie, um Innenstädte interessant zu machen.


