Negative Vorzeichen auf dem Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen steigt im August 2025 in Ostwürttemberg deutlich

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August 2025 in Ostwürttemberg deutlich angewachsen. Die Arbeitsagentur spricht von einer saisonbedingten Entwicklung.

Erstmals seit zehn Jahren sind in Deutschland wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose registriert. Auch in Ostwürttemberg ist die Zahl im zu Ende gehenden Monat angewachsen – wie erwartet und saisonbedingt, so formuliert es die Agentur für Arbeit in Aalen. Im Vergleich zum August 2024 ist ein Anstieg um neun Prozent zu verzeichnen.

Ende August sind im Kreis Heidenheim und im Ostalbkreis insgesamt 11.661 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 548 mehr als im Juli und 958 mehr als vor einem Jahr. Die meisten Arbeitslosen gibt es aktuell mit 3987 (Juli: 3824) in Heidenheim. In Schwäbisch Gmünd sind es 3889 (3672), in Aalen 2584 (2471), in Bopfingen 607 (562), in Ellwangen 594 (584). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung sind, stieg um 50 auf 3625. Das entspricht einer Quote von 31,1 Prozent.

Quote gestiegen

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, legte in Ostwürttemberg von 4,3 auf 4,5 Prozent zu. In Heidenheim kletterte sie von 5,0 auf 5,2, in Schwäbisch Gmünd von 4,8 auf 5,1, in Bopfingen von 3,8 auf 4,1, in Aalen von 3,8 auf 4,0 Prozent. Lediglich in Ellwangen blieb sie mit 2,3 Prozent unverändert.

Laut Udo Stohrer, dem Geschäftsführer Operativ der Aalener Arbeitsagentur, haben im August 641 Personen aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung aufgenommen, während sich gleichzeitig 954 Männer und Frauen im Anschluss an eine Tätigkeit arbeitslos meldeten.

Saisonbedingte Entwicklung

Wie schon im Juli verzeichnete die in der amtlichen Statistik unter dem Überbegriff Jugendliche geführte Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen den stärksten Anstieg bei der Arbeitslosigkeit. Hier legte die Quote von 3,4 auf 4,2 Prozent zu. „Die aktuell höheren Zahlen sind meist nur vorübergehend“, erläutert Stohrer, „denn insbesondere Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich zunächst arbeitslos, starten jedoch erfahrungsgemäß schon bald in ihre Berufsausbildung oder eine erste Anstellung.“

Stohrer verweist darauf, dass die Berufsberater auch während der Sommerferien für junge Menschen bereitstehen, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Oftmals passten die Anforderungen der Betriebe nicht vollständig mit den Stärken der Jugendlichen überein. Das führe dazu, „dass Ausbildungsstellen, aber auch Stellen für Berufseinsteiger unbesetzt bleiben, obwohl es viele interessierte Bewerber gibt“. Sein Appell: „Trauen Sie jungen Menschen etwas zu, bilden Sie aus und entwickeln Sie Talente.“ Wer heute investiere, so Stohrer, verfüge morgen über qualifizierte Fachkräfte und bleibe dauerhaft erfolgreich.

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2024 haben sich im Zuständigkeitsbereich der Aalener Arbeitsagentur 2354 Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet (davon 826 im Landkreis Heidenheim). Das waren 1,5 Prozent mehr als im vorangegangenen Jahr. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ging hingegen um 7,6 Prozent auf 3677 zurück (darunter 872 im Kreis Heidenheim).

Dem Arbeitgeberservice wurden seit Jahresbeginn 4935 zu besetzende Stellen gemeldet, gut 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Stohrer wertet das als Beleg dafür, dass sich viele Arbeitgeber angesichts der unsicheren Wirtschaftslage mit Stellenangeboten zurückhalten.

Weniger Interesse an Kurzarbeit

Im Laufe des August haben in Ostwürttemberg vier Betriebe für 44 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Zum Vergleich: Im Juli hatten das 32 Betriebe für 277 Personen getan. Nach erfolgter Abrechnung steht mittlerweile fest, dass sich im Februar 3496 Beschäftigte in 84 Betrieben in Kurzarbeit befanden.

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