Wie kann die Landespolitik die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum im Landkreis Heidenheim fördern?
Andreas Stoch (SPD): Die SPD fordert, dass jeder Euro Bundesmittel durch einen Euro Landesmittel ergänzt wird, wie in anderen Bundesländern. Kommunale und gemeinwohlorientierte Bauträger gehören in den Mittelpunkt der Förderung. Eine Landeswohnbaugesellschaft soll Kommunen unterstützen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Michael Kolb (CDU): Wir setzen uns dafür ein, dass in unserer Heimat mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht. Das Land kann Kommunen stärker beim sozialen Wohnungsbau unterstützen, Bauvorschriften vereinfachen und Landesflächen aktivieren. Das heißt: Schneller planen, günstiger bauen und Fördermittel gezielt nutzen.
Clara Resch (Grüne): Das Land kann bezahlbaren Wohnraum durch gezielte Wohnraumförderung, Unterstützung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften, schnellere Genehmigungen, Nachverdichtung, Umnutzung von Leerstand und weniger Bürokratie fördern.
Dr. Jürgen Müller (AfD): Bauen und Renovieren sind aufgrund zu vieler Verordnungen und klimabezogener Vorgaben zu teuer geworden. Die Landesbauordnung bedarf der Vereinfachung. Gesetzeskonforme Remigration würde den Wohnungsmarkt spürbar entlasten, da der Staat als Mieter wegfallen würde (Unterbringungsverpflichtung).
Klara Sanwald (FDP): Für steigende Baupreise hilft nur: bauen, bauen und bauen. Das Land muss die Bremse aus dem System nehmen, damit wieder mehr Wohnungen entstehen: Genehmigungen schneller, Verfahren digital und durchgängig machen und Baden-Württemberg zum Vorreiter bei KI im Bauantragsverfahren entwickeln. Gleichzeitig braucht es ein radikales Bau-Bürokratieabbau-Paket: Standards runter, Regeln entrümpeln. Wenn Bauen wieder einfacher, schneller und günstiger wird, kommt automatisch mehr Angebot.
Daniel Rolfs (Linke): Mit Reformen von Mietrecht und Grundsteuer werden wir gegen Mietwucher und Leerstand kämpfen. Wir wollen Wohnen weitestgehend in öffentliche Hand überführt werden. Betroffen sind Unternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen. Wir wollen mehr Sozialwohnungen mit Mietpreisbindung schaffen.
Petra Hackl (Bündnis Deutschland): Der Landkreis kann unbürokratisch Flächen zur Verfügung stellen für neue Wohnquartiere. Wenn mehr Wohnraum geschaffen ist, sinkt auch der Preis für Mieten. Wirtschaftliche Grundsätze bewirken mehr als staatliche Vorgaben.
Maurice Chesauan (BSW): Wir als BSW wollen Wohnen wieder gemeinnützig machen über eine Bundesratsinitiative wollen wir eine neue Wohnungsgemeinnützigkeit einführen. Gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Kommunen sollen steuerlich und rechtlich bessergestellt werden. Sozialen Wohnungsbau massiv stärken, das Land Baden-Württemberg muss wieder selbst bauen und fördern. Leerstand und Spekulation beenden, wir fordern eine Meldepflicht für Leerstand.
Wird sich Ihre Partei für eine dauerhafte Mietpreisbremse und stärkere Regulierung großer Wohnungsunternehmen einsetzen, um Mieter wirksam zu schützen?
Andreas Stoch (SPD): Ja, wir wollen eine echte mietenpolitische Wende. Um bezahlbaren Wohnraum zu sichern, weiten wir die Mietpreisbremse sogar auf mehr Kommunen aus und stärken deren Wirkung. Die Mietpreisbindung auf 30 Jahre soll Standard werden und 40 Jahre bei erhöhter Förderung.
Michael Kolb (CDU): Eine dauerhafte Mietpreisbremse lehnt die CDU ab, weil sie Investitionen hemmt. Wir wollen Mieter schützen, indem wir Angebot schaffen, fairen Wettbewerb sichern und Kommunen stärken, damit Wohnen auch im Landkreis Heidenheim bezahlbar bleibt.
Clara Resch (Grüne): Wir Grüne setzen auf starken Mieterschutz und bezahlbares Wohnen. Wir wollen rechtliche Spielräume nutzen, um Mieterinnen und Mieter vor überhöhten Mieten zu schützen, spekulativen Leerstand zu begrenzen und große Wohnungsunternehmen stärker in die Verantwortung zu nehmen.
Dr. Jürgen Müller (AfD): Mietpreisdeckel hemmen den Neubau und lassen Bestände verfallen. Ohne angemessene Renditechancen ziehen Investoren ihr Kapital ab, was die aktuelle Wohnungsnot noch weiter verschärft. Damit Wohnraum entsteht oder saniert wird, muss Bauen für private Geldgeber wirtschaftliche attraktiv bleiben.
Klara Sanwald (FDP): Für bezahlbare Mieten hilft nur: mehr Angebot durch mehr Bauen – nicht eine dauerhafte Mietpreisbremse als politische Beruhigungspille. Der Staat sollte nicht immer neue Regulierungsfluten über den Wohnungsmarkt kippen. Es braucht Entscheidungsspielräume, damit Projekte überhaupt entstehen. Wir wollen Mieter wirksam schützen, indem wir den Engpass beseitigen: zu wenig Wohnungen. Mehr Wohnungen bedeuten mehr Auswahl, weniger Druck auf die Preise und damit echten, dauerhaften Mieterschutz.
Daniel Rolfs (Linke): Das reicht uns sogar nicht. Wir setzen uns für einen bundesweiten Mietendeckel für Bestand und Neubau ein. Wohnungsunternehmen mit mehr als 3000 Wohnungen sollen in öffentliche Hand überführt werden. Das bedeutet nicht zwingend Staat, sondern auch Überführungen zu Wohnungsgenossenschaften.
Petra Hackl (Bündnis Deutschland): Staatliche Eingriffe nützen hier nichts. Wir setzen uns ein, für einen freien Wohnungsmarkt, der durch ein höheres Angebot den Mangel an Wohnungen dämpft und dadurch nachhaltig zu bezahlbarem Wohnraum führt. Die aktuell beschlossenen Maßnahmen sind allerdings sinnvoll.
Maurice Chesauan (BSW): Ja, der Mieterschutz muss gestärkt und die Mietpreisbremse wirksam gemacht werden und Wohnbauförderung sich stärker auf untere und mittlere Einkommen konzentrieren.
Welche Maßnahmen plant die Landespolitik, um die Wohnnebenkosten – insbesondere Heiz- und Energiekosten – für Mieter spürbar zu senken?
Andreas Stoch (SPD): Wir setzen uns dafür ein, Mieterhöhungen nach Sanierungen zu deckeln, damit die Warmmiete dadurch nicht steigt. Aufgrund der damit verbundenen Nebenkostensenkungen und staatlicher Förderung wird das möglich, wenn das Land dort fördert, wo bisher keine Bundesförderung besteht oder nicht ausreicht.
Michael Kolb (CDU): Das Land kann energetische Sanierungen fördern, den Umstieg auf moderne Heizsysteme erleichtern und Kommunen bei Nahwärmeprojekten unterstützen. Davon profitieren Mieter im Landkreis Heidenheim durch dauerhaft niedrigere Heiz- und Energiekosten.
Clara Resch (Grüne): Die Landespolitik will Wohnnebenkosten senken durch Ausbau erneuerbarer Energien, energetische Sanierung von Gebäuden, Förderung effizienter Heizsysteme, Ausbau von Netzen und Speichern sowie bezahlbare, saubere Energieversorgung vor Ort, um Mieter dauerhaft zu entlasten.
Dr. Jürgen Müller (AfD): Deutschland war in 2025, auf Wochenbasis gemittelt, zu keiner Zeit in der Lage, seinen Energiebedarf selbst zu decken. Energiesubventionen und negative Strompreise bei Hellbrisen kosten die Bürger jährlich Milliardensummen. Kostensenkungen sind nur durch eine sinnvolle Energiepolitik darstellbar.
Klara Sanwald (FDP): Man muss die Menschen wieder in die Lage versetzen, billigere Energie zu nutzen. Auf Bundesebene wollen wir eine breite Entlastung bei den Stromkosten. Im Land braucht es Tempo beim Ausbau von Strom-, Wärme- und Gasnetzen, Speicher und ein digitalisiertes Energiesystem, damit Energie effizienter und günstiger bereitgestellt werden kann. Technologieoffenheit statt Zwang – damit vor Ort die wirtschaftlichste Lösung gewählt wird und die Heizkosten spürbar sinken.
Daniel Rolfs (Linke): Hier ist die Linke jetzt schon aktiv: In vielen Landkreisen (leider noch nicht Heidenheim) bieten wir bereits Miet- und Heizkostenchecks an, und auch online. Damit soll Wucher und Betrug unterbunden werden. Die allgemeine Reduktion der Kosten erfolgt durch energiepolitische Maßnahmen.
Petra Hackl (Bündnis Deutschland): Die Politik der Energiewende muss neu gedacht werden auf marktwirtschaftlicher Basis. Eine staatlich verordnete Energiewirtschaft kostet uns viele hundert Milliarden, was am Ende weder der Umwelt noch der Versorgungssicherheit hilft.
Maurice Chesauan (BSW): Um die Heiz- und Energiekosten spürbar zu senken, muss die Landespolitik energetische Modernisierungen und Sanierungen stärker fördern, um die Mieter zu entlasten. Außerdem müssen wir günstige Energie wieder von dort beziehen, wo sie am billigsten ist.



