Tierische Statistik

Wo liegt die Hundehauptstadt im Landkreis Heidenheim?

Wo ist die Hundehauptstadt im Landkreis Heidenheim? Eine Spurensuche durch die Steuerregister zeigt: In Dischingen kommt statistisch auf jeden 14. Einwohner ein Hund – und damit bellt hier die meiste Hundepower.

Wer wissen will, wo im Landkreis Heidenheim die meisten Hunde unterwegs sind, muss auf das Härtsfeld schauen: In Dischingen kommt statistisch gesehen ein Hund auf gerade einmal 14,3 Einwohner. Damit krönt sich die Gemeinde zur offiziellen Hundehauptstadt im Landkreis Heidenheim.

Am anderen Ende der Leine findet sich die Kreisstadt: In Heidenheim teilt man sich einen Vierbeiner mit gleich 25 Nachbarn. Rund 6700 angemeldete Tiere zählen die Rathäuser zwischen Brenztal und Albuch. Das ergibt eine Umfrage bei den elf Kommunen im Landkreis. Doch wer glaubt, Hund sei gleich Hund, der hat die Rechnung ohne die Kämmereien gemacht. Denn je nachdem, wo der „beste Freund“ sein Körbchen hat, unterscheidet sich das Leben für Herrchen und Frauchen in finanzieller Hinsicht.

Stadt-Land-Wuff

Das Ranking der Hundedichte liest sich wie eine Tour über die Dörfer. Hinter Spitzenreiter Dischingen drängen sich Steinheim (1:15,4), Königsbronn (1:15,5) und Hermaringen (1:15,6) auf die Plätze. Es scheint fast so, als brauche man auf dem Land einfach einen Begleiter mehr als im urbanen Heidenheim oder in Giengen (1:21,8).

Ein teures Vergnügen?

Der Blick auf den Steuerbescheid zeigt Unterschiede. In Königsbronn und Gerstetten ist die Welt mit 72 Euro pro Jahr noch vergleichsweise günstig. Wer dagegen in Nattheim wohnt, zahlt mit 156 Euro für den Ersthund mehr als das Doppelte. Richtig tief in die Tasche greifen müssen Halter von sogenannten Listenhunden: Herbrechtingen und Nattheim rufen hier bis zu 1500 Euro für den zweiten Listenhund auf – eine klare Ansage der Verwaltung. Einige Gemeinden setzen mittlerweile auf Erziehung statt nur auf Kasse. Wer einen Hundeführerschein oder eine Begleithundeprüfung vorlegt, bekommt einen Teil der Steuer erlassen.

Wandern bis nach Rom – ganz nebenbei

Es muss nicht immer der große Alb-Wandertag sein: Selbst wer mit seinem Hund nur die üblichen täglichen Runden dreht, kommt im Schnitt auf etwa vier Kilometer. Was wenig klingt, summiert sich: Im Jahr legt ein Heidenheimer Hundehalter so rund 1460 Kilometer zu Fuß zurück – das entspricht einem Fußmarsch von der Brenz bis nach Rom.

Die meisten Hunde lieben Spaziergänge.
Die meisten Hunde lieben Spaziergänge. Rudi Penk

Rechnet man diese Laufleistung auf alle gemeldeten Vierbeiner im Landkreis hoch, knackt die Region fast die Zehn-Millionen-Marke: Jährlich legen Mensch und Tier im Kreis Heidenheim gemeinsam rund 9,8 Millionen Kilometer zurück. Das reicht aus, um etwa 245-mal die Erde zu umrunden.

So schwer wie 60 Elefanten

Doch wo viel gelaufen wird, da fallen auch Hinterlassenschaften an – ein Thema, das die Gemüter im Lokalteil oft stärker bewegt als die Kreisumlage. Rechnet man konservativ mit nur 150 Gramm Kot pro Tier und Tag, produzieren die Hunde im Landkreis eine Masse von etwa 365 Tonnen pro Jahr. Um dieses Volumen abzutransportieren, müsste eine Kolonne von 30 voll beladenen Müllwagen durch das Brenztal rollen. Oder, um im Bild der Natur zu bleiben: Das Gewicht, das Jahr für Jahr anfällt, entspricht dem von 60 ausgewachsenen Elefanten.

Die Hundesteckbriefe der Kommunen im Landkreis Heidenheim:

1. Heidenheim – die Hundekleinstadt

Bestand: 1.996 Hunde (Quote 1:25)
Steuer: 1. Hund: 120 € | 2. Hund: 240 €
Gefährliche Hunde: 480 € (1. Hund) | 960 € (jeder weitere)
Einnahmen 2025: 262.553,63 €
Trend: Rückgang um 36 Tiere zum Vorjahr.

2. Giengen

Bestand: 891 Hunde (Quote 1:21,8)
Steuer: 1. Hund: 84 € | 2. Hund: 168 €
Kampfhunde: 672 € (1. Hund) | 1344 € (jeder weitere)
Einnahmen 2025: 83.508,00 €
Trend: minimal steigend, plus 11 Hunde im Jahr 2025.

3. Herbrechtingen – die Zweitteuersten

Bestand: 733 Hunde (Quote 1:18)
Steuer: 1. Hund: 150 € | 2. Hund: 300 €
Kampfhunde: 750 € (1. Hund) | 1500 € (jeder weitere)
Einnahmen 2025: 95.777,15 €
Trend: Tendenziell abnehmend.

4. Gerstetten – das Sparparadies

Bestand: 715 Hunde (Quote 1:16,3)
Steuer: 1. Hund: 72 € | 2. Hund: 144 €
Kampf-/Listenhunde: 144 € (kein erhöhter Satz zum Zweithund)
Einnahmen 2025: 54.732,00 €
Trend: Rückgang (Vorjahr 743).

5. Steinheim

Bestand: 566 Hunde (Quote 1:15,4)
Steuer: 1. Hund: 92 € | 2. Hund: 184 €
Kampfhunde: 460 € (1. Hund) | 920 € (jeder weitere)
Einnahmen 2025: 53.697,33 €
Besonderheit: Separate Zwingersteuer (276 €).

6. Königsbronn

Bestand: 454 Hunde (Quote 1:15,5)
Steuer: 1. Hund: 72 € | 2. Hund: 144 €
Kampfhund: 300 €
Einnahmen 2025: 37.986,00 €
Trend: absolut gleichbleibend.

7. Nattheim – die Teuersten

Bestand: 328 Hunde (Quote 1:19,4)
Steuer: 1. Hund: 156 € | 2. Hund: 312 €
Kampfhunde: 768 € (1. Hund) | 1536 € (jeder weitere)
Bonus: 60 € (Ersthund) bis 120 € (Zweithund) Ermäßigung bei Sachkundenachweis.
Einnahmen 2025: 43.854 € (vorläufig).

8. Dischingen – Die Hundehauptstadt

Bestand: 303 Hunde (Quote 1:14,3)
Steuer: 1. Hund: 132 € | 2. Hund: 264 €
Kampfhund: 600 €
Bonus: Ermäßigung auf 84 € (Ersthund) mit Hundeführerschein.
Einnahmen 2025: 30.783,50 €.

9. Niederstotzingen

Bestand: 298 Hunde (Quote 1:15,9)
Steuer: 1. Hund: 120 € | 2. Hund: 240 €
Gefährliche Hunde: 576 € (1. Hund) | 1.152 € (jeder weitere)
Bonus: Ermäßigter Satz (84 € Ersthund / 168 € Zweithund) mit Hundeführerschein.
Einnahmen 2025: 32.230,00 €.

10. Sontheim

Bestand: 294 Hunde (Quote 1:19,5)
Steuer: 1. Hund: 78 € | 2. Hund: 156 €
Listenhunde: 624 € (1. Hund) | 1248 € (jeder weitere)
Einnahmen 2025: 24.830,00 €
Besonderheit: 19 steuerfreie Hunde gemeldet.

11. Hermaringen

Bestand: 146 Hunde (Quote 1:15,6)
Steuer: 1. Hund: 120 € | 2. Hund: 240 €
Kampfhunde: 600 € (1. Hund) | 1200 € (jeder weitere)
Einnahmen 2025: 13.503,34 €
Trend: Seit Jahren konstant.

Alex Busch hilft, entlaufene Hunde zu finden, und hat einen Gassiservice.

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Was ist zu tun, wenn ein Hund entlaufen ist? Darin ist Alex Busch Expertin. Vor acht Jahren hat sie die Gruppe „Hund entlaufen – Heidenheim und Umgebung“ gegründet und schon viele Tiere wieder sicher nach Hause gebracht.
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