Er sah aus, wie man sich einen Varietékünstler vorstellt: weißes Hemd, schwarzes Jackett, rotes Einstecktuch. Wirre Haare, weit aufgerissene Augen und ein verschmitztes Lächeln zeigten: Es wird wild, lustig und voller Überraschungen.
Der Stein im Schuh
Karl-Heinz Dünnbier, 1972 als Peter Leonhard in Tettnang geboren, stellte sich im Theatercafé des Heidenheimer Naturtheaters als Varieté-Hausmeister vor (neudeutsch: „Facility Manager“), der so manches erlebt habe. Doch zuerst müsse er den Stein im Schuh entfernen, er bitte um Entschuldigung – und aus besagtem Schuh purzelten Billardkugel und Riesenstein heraus. Das Publikum im gut besuchten Naturtheater-Café war entzückt.
Publikum in die Zaubertricks miteinbezogen
Dünnbier erzählte Geschichten, während er zauberte, jonglierte, Dinge verschwinden ließ und wieder ans Licht brachte. Die Zuschauer wurden miteinbezogen und so wurden Andrew und Anja, Eugene und Klaus immer wieder Teil seiner Zaubertricks. Diese sorgten für Staunen, ob mit imaginären Münzen, blitzschnell verwandelten Zauberwürfeln, einem wundersamen Meterstab oder Gauklerringen – und das Publikum jubelte. Dünnbier zeigte sich als weit gereister Hausmeister und erzählte Anekdoten. „Ich war mal in Japan und lernte dort Pu-Zen“. Nicht jeder Witz zündete, aber vieles amüsierte das Publikum. Auch regionale Seitenhiebe gegen Aalen, Burlafingen und Trochtelfingen kamen an.
Weltrekord und Ratte Franceso
In Las Vegas habe er den Weltrekord im Jonglieren mit zwölf Tennisbällen aufgestellt – die Pointe war prima, und das Misch- und Stapelspiel, bei dem am Ende alle Zuschauer dieselbe Karte vor sich liegen hatten („Du bisch a Käpsele!“) begeisterte vollends. Das schwäbische „Ebbes“ wurde gefangen und in ein „Kischtle“ gepackt, und mit einer großartigen Bauchredner-Nummer ging das Publikum mit allerbester Laune in die Pause. Was Dünnbier da zeigte an Dialog mit der sizilianischen Rattenpuppe Francesco, die aus Angst vor der Mafia ihren Namen nicht sagen wollte, war umwerfend.
Ich war mal in Bombay und habe Schwertschlucken gelernt.
Karl-Heinz Dünnbier vor einem spektakulären Zaubertrick.
Nach der Pause zog die Spannungsschraube noch an: „Ich war mal in Bombay und habe Schwertschlucken gelernt“ war der Auftakt zu einem großartigen und herrlich komischen Zaubertrick. Das Publikum jubelte.
Geraldine de la Sexy
Und schon kam die nächste Puppe ins Spiel: „Geraldine de la Sexy aus Paris“, eine schrille Vogeldiva, die bereits im Moulin Rouge gesungen habe. Nach vielem Bitten ließ sie sich dazu herab, einige Takte zu singen – auch hier: Dünnbier war fantastisch. Auch der verschwundene 50-Euro-Schein, der aus einer Zitrone wieder herausgeschnitten wurde, sorgte für Staunen.
Putzfrau bei Ministerpräsident Oettinger
Zum Schluss kam Oma Käthe aus Aalen zum Zuge und beide, der Redner wie die schrullige Puppe, waren sensationell. Käthe plauderte aus dem Nähkästchen: „Ich war Putzfrau beim Ministerpräsidenten, bei Günther Oettinger, da habe ich Englisch gelernt!“ Nach mehr als zwei Stunden Staunen und Lachen war das Publikum hoch zufrieden.
Weiteres über Karl-Heinz Dünnbier
Wer mehr über den bunt schillernden Künstler aus Tübingen erfahren möchte, kann sich auf dessen Webseiten informieren: zappo-entertainment.de, duennbier-kabarett.de und zauberer-kabarettist.de. Bei Letzterer ist unter dem Reiter „Werte“ ein berührendes Dokument eines Großvaters an seine Enkel zu lesen.
