Mir kommen die Tränen. Da berichtet die Heidenheimer Zeitung über einen Brief des Regierungspräsidiums an unseren Landkreis über eine angebliche desolate Finanzlage. Wenn man die vielen Zitate in diesem Artikel auf sich wirken lässt, muss jedenfalls dieser Eindruck entstehen. Es ist Aufgabe der Presse, bei solchen schriftlich fixierten Beanstandungen die Öffentlichkeit zu informieren.

Rekordschulden des Landkreises Heidenheim unter strenger Beobachtung
Insofern ist der Widerspruch von Landrat Peter Polta nicht nachvollziehbar. Deutlich wird allerdings, dass die Überprüfung unserer kostspieligen Verwaltungsstrukturen mit ihrer ausufernden Bürokratie dringend geboten ist. Was sollte – so habe ich mich bei Lektüre des Artikels gefragt – dieses innerbehördliche Konvolut überhaupt? Da wurden Selbstverständlichkeiten formuliert, die unser Landrat und sein Kämmerer kennen, und über die sie nicht belehrt werden müssen.

Landrat Peter Polta: „Finanzlage ist angespannt, aber nicht prekär“
Dazu verfügt der Landkreis über einen Kreistag, der sich Einnahmen und Ausgaben gründlich ansieht und es an kritischen Kommentaren nicht fehlen lässt. Schließlich und endlich gibt es noch Gerichte, die Verletzungen haushaltsrechtlicher Vorschriften zu überprüfen in der Lage sind. Und so steht in dem Bericht über die Reaktion des Landrats auf die Berichterstattung auch nichts Neues. Schade um die Zeit, die da vergeudet wurde.
Alles ruft nach Abbau von Bürokratie. Mit Recht. Hier beschäftigen sich Behörden mit sich selbst. Die ganze „Mittelbehörde“ namens Regierungspräsidium ist ein Relikt aus alter Zeit und im Zeitalter digitaler Kommunikationsmöglichkeiten infrage zu stellen. Zumal dort zahlreiche Beamtinnen und Beamte aus den höheren Besoldungsgruppen beschäftigt werden. Sie könnten effektiver zu unser aller Wohle eingesetzt werden.
Ich erinnere an die Neugestaltung der Kreuzung der B466 mit der Straße von Steinheim nach Gerstetten am Wirtshäusle. Eine Tragödie. Fachleute aus der Gemeinde und dem Landkreis hatten den sinnvollen Plan eines Kreisels vorgelegt – vielfach bewährt und kostengünstig. Weil das aber dem in Stuttgart ansässigen Regierungspräsidium nicht in den Kram gepasst hatte, musste eine aufwendige Ampelanlage installiert werden. Unsere Steuergelder wurden da regelrecht verbrannt.
Waldemar Hirsch, Heidenheim
