Wenn es auf der Schnaitheimer Piste schneit, ist für den Skibetrieb innerhalb weniger Stunden alles bereit: Pistenwalze an, Helfer informiert, Lift läuft. Der Skibetrieb in Schnaitheim funktioniert wie ein eingespieltes Team – immer bereit, sobald die Bedingungen stimmen. „Wir planen grundsätzlich, immer dann zu öffnen, sobald die Möglichkeit besteht“, sagt Jens Hofele, Vorstandsmitglied des Vereins Albuch Wintersport Schnaitheim.
Damit der Lift anlaufen kann, braucht es mindestens zehn Zentimeter Schnee auf dem Grashang. Ob das kommende Wochenende dafür ausreicht, hängt vor allem von der Wetterlage ab. Hofele hofft, dass der angekündigte Regen die Chancen nicht zunichtemacht. Fällt jedoch ausreichend Neuschnee, geht alles sehr schnell.
Binnen zwei Stunden geöffnet
„Wenn wir der Meinung sind, dass es geht, setzt sich einer sofort in die Pistenwalze“, erklärt Hofele. Parallel benachrichtigt der Verein die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die für diesen Tag eingeteilt sind. Jede Schicht besteht aus vier Personen, der Dienstplan ist im Vorfeld bereits festgelegt worden. Deshalb kann der Lift in der Regel ein bis zwei Stunden nach der Entscheidung tatsächlich öffnen. Ob der Lift zu einer bestimmten Zeit in Betrieb ist, kann man dann über die Webseite, Instagram oder Facebook erfahren.
Wenn wir der Meinung sind, dass es geht, setzt sich einer sofort in die Pistenwalze.
Jens Hofele, Vorstandsmitglied des Vereins Albuch Wintersport Schnaitheim
Sobald die ersten Besucherinnen und Besucher am Hang stehen, versuchen die Ehrenamtlichen, auch Skikurse anzubieten. Das hängt davon ab, ob ausreichend Personal kurzfristig verfügbar ist. In Schnaitheim gibt es zwei Skischulen, die Schneesportabteilung der Naturfreunde und die Skischule der TSG Schnaitheim. Anmeldungen für spontane Kurse laufen dann über die jeweiligen Homepages oder auch über soziale Netzwerke. „Wir versuchen, es immer spontan möglich zu machen“, so Hofele.
Viele Besucher trotz Spontanität
Der spontane Start in der vergangenen Woche hat gezeigt, wie groß das Interesse ist. Bei der ersten Öffnung kamen zwischen 100 und 200 Menschen, und dies trotz schwieriger Schneeverhältnisse. Aufgrund der Schneelage war das Skifahren aber nur an einem Tag möglich: „Die Piste war nach einem Tag schon so weit runter, dass man nicht mit gutem Gewissen öffnen konnte“, sagt Hofele.
„Dafür, dass es sehr spontan war und die Schneelage nicht ideal, waren wir zufrieden“, so das Vorstandsmitglied. Viele Skifahrende seien innerhalb kurzer Zeit eingetroffen. Vor allem Familien warteten regelrecht darauf, dass der Lift läuft. Und natürlich auch die, die schon lange nicht mehr gefahren sind und mal wieder auf die Piste wollen, so Hofele.
Viele Vorbereitungen nötig
Dass der Lift jederzeit startklar sein muss, bedeutet für die Ehrenamtlichen viel Arbeit. Bereits im Herbst kommt der TÜV zur Abnahme, und über das Jahr hinweg fallen Wartungsarbeiten, Reparaturen sowie laufende Kosten wie Versicherungsbeiträge an. „Es entstehen jedes Jahr im Vorfeld Aufwendungen, unabhängig davon, ob wir am Ende viele Betriebstage haben oder nicht“, erklärt Hofele. Unterstützt wird der Verein von der Bergwacht, die im Ernstfall Erste Hilfe leistet. Am Wochenende ist sie bei Betrieb der Anlage vor Ort.
Die konstante Wetterlage fehlt, da spielt der Klimawandel mit.
Jens Hofele, Vorstandsmitglied
Wie lange die Schneelage einen Betrieb zulässt, bleibt offen. Bei kaltem Schnee nutzt sich die Piste schnell ab, und manchmal fehlt – wie aktuell – nur ein einziger Zentimeter. Im vergangenen Winter konnte der Albuchlift keinen Tag öffnen, in der Saison davor waren es lediglich vier. „Die konstante Wetterlage fehlt, da spielt der Klimawandel mit“, sagt Hofele. Dennoch bleibt das Ziel klar: den Lift weiterzubetreiben, solange es möglich ist.
Trotz aller Unsicherheiten überwiegt die Freude am Betrieb. Hofele erzählt, dass es den Besucherinnen und Besuchern grundsätzlich Spaß mache und sich kaum jemand beschwere – weder über Wartezeiten noch über spontane Abläufe. Der Verein zählt rund 200 bis 250 Mitglieder. Viele von ihnen haben auf der Schnaitheimer Piste selbst Skifahren gelernt und wollen sie deshalb am Leben halten – so auch Hofele. „Man merkt, dass die Leute das wollen. Dass sie kommen, da sind und Spaß haben.“

Hochberg-Lift bleibt geschlossen
Während in Schnaitheim zumindest spontan ein Betrieb des Albuchlifts möglich ist, bleibt der Lift am Hochberg in diesem Winter komplett geschlossen. Nach Angaben von Christoph Steeger, Pressesprecher der Stadt Heidenheim, ist die Anlage derzeit nicht für den Winterbetrieb hergerichtet. „Der Hang ist sehr steil, daher werden große Schneemengen benötigt, damit der Hang überhaupt von einer Pistenraupe entsprechend präpariert werden kann“, so Steeger. Ein Betrieb wäre erst ab einer Schneehöhe von mehr als 20 Zentimetern möglich – in dieser Saison ist eine Öffnung nicht vorgesehen.

Ein klein wenig Winterspaß im Landkreis Heidenheim
Zudem wird der Lift im Sommer vom HSB betrieben, im Winter hingegen von der Stadt selbst. Diese Monate werden genutzt, um die Technik zu überholen, um einen reibungslosen Sommerbetrieb zu gewährleisten. Ebenso sei es personell derzeit nicht möglich, den Lift für die wenigen potenziellen Betriebstage zu öffnen, so Steeger.
Weitere Skihänge und Loipen
Nicht nur in Schnaitheim lässt sich spontan Skifahren: Auch an anderen Orten im Landkreis gibt es Möglichkeiten für Wintersport. Denn im Landkreis Heidenheim sind die ersten Loipen gespurt. Wo die Strecken verlaufen, welche Skilifte in Betrieb sind und wo man weitere Informationen bekommt, zeigt eine Übersicht unter https://www.hz.de/lokales/heidenheim/loipen-und-lifte-wo-man-im-landkreis-heidenheim-langlaufen-und-skifahren-kann.


