Im Landkreis Heidenheim sind nur rund sieben Prozent der Wohnungen altersgerecht. Das geht aus einer Wohnungsmarktanalyse des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel hervor. Von den knapp 64.900 Wohnungen erfüllen lediglich rund 4.600 die Voraussetzungen, damit ältere Menschen auch mit Rollator oder Rollstuhl selbstständig dort leben können.
Angesichts von rund 20.600 Menschen, die in den kommenden zehn Jahren im Landkreis in den Ruhestand gehen, sehen die Experten erheblichen Handlungsbedarf. Ziel müsse es sein, mehr barrierearme Wohnungen zu schaffen, damit ältere Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben können.
Besonders Küchen und Bäder zu klein
Besonders groß ist der Nachholbedarf bei Küchen und Bädern. Nach Angaben des Pestel-Instituts sind rund 20.400 Küchen für Rollstuhlfahrer zu klein, bei den Bädern trifft dies auf etwa 30.000 Wohnungen zu. Nur rund 17.500 Wohnungen verfügen zudem über eine bodengleiche Dusche – ein wesentliches Merkmal altersgerechten Wohnens. Auch jeder dritte Hausflur ist den Angaben zufolge nicht breit genug für einen Rollstuhl.
Die Experten sehen den größten Hebel im Umbau bestehender Wohnungen. Neubauten allein könnten den künftigen Bedarf nicht decken. Der Bundesverband fordert deshalb deutlich höhere und einfacher zugängliche staatliche Zuschüsse für den barrierearmen Umbau. Die bisherigen Förderprogramme seien zu kompliziert und die Zuschüsse zu niedrig, um den dringend benötigten Modernisierungsschub auszulösen.
