Der Bau und vor allen Dingen der Unterhalt von Straßen sind Themen, die alle Kommunen permanent beschäftigen. Kein Wunder, denn der Zustand, in dem alle Straßen und Wege sind, wie ihn eine Verwaltung und vor allen Dingen die Bürgerinnen und Bürger gerne hätten, ist eigentlich schon aus Kosten- und Kapazitätsgründen nicht herstellbar.
Wie Gerhard Horlacher, Leiter des städtischen Fachbereichs Bauen, den Mitgliedern des Technik- und Umweltausschusses des Gemeinderats erläuterte, befinden sich 80 Prozent der städtischen Straßen in einem guten Zustand, 13 Prozent müssten „intensiv beobachtet“ werden und sieben Prozent seien in einem so schlechten Zustand, dass dringender Handlungsbedarf bestehe.
Permanente Kontrolle
„Der Zustand wird nicht besser. Frost, Salz, Wasser und die Belastung durch den Verkehr nagen an den Straßen, wenn sie nicht unterhalten und gepflegt werden. Die Stadt muss permanent investieren, um die Verkehrssicherheit weiter zu gewährleisten“, sagte Horlacher. Um den Zustand der Straßen, aber auch der Kanäle zu gewährleisten, würden diese regelmäßig nach einem festgelegten Raster untersucht. Das Stadtgebiet etwa sei in Bezirke aufgeteilt, die von städtischen Mitarbeitern in bestimmten Zeiträumen abgelaufen werden müssten, wobei die Abstände nach Straßenkategorie unterschiedlich sind. Die Kanäle untersuche man, indem man sie erst reinige und dann mit Kameras befahre, um Schwachstellen zu erkennen. „Wir haben 35 Kilometer Kanal, das ist eine ganze Menge Arbeit“, so der Fachbereichsleiter. Alle Schäden an Straßen, Wegen und Kanälen würden in einer Datenbank dokumentiert, so hätten die Verantwortlichen stets einen Überblick. „Das schützt uns allerdings nicht vor unvorhersehbaren Schadensereignissen. Vor allen Dingen, wenn eine Grundwassergefährdung vorliegt, müssen wir natürlich sehr schnell reagieren.“
In diesem Jahr werde man ein besonderes Augenmerk auf Straßen und Kanäle in Aufhausen legen, sagt Horlacher. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass hier eine große Schadensverteilung vorliegt. Hinzu kämen hohe Grundwasserstände. 72 Prozent der Kanäle seien mit Schäden versehen. „Zum Glück ist keiner mit der höchsten Schadensklasse 5 dabei, darüber sind wir sehr froh. Aber es gibt eine Menge mit Schadensklasse 4, das müssen wir übers Jahr abarbeiten.“ Dabei versuche man, zu vermeiden, dass die Straßen ganz aufgerissen werden müssen. „Wo immer es möglich ist, wenden wir das Inliner-Verfahren an, bei dem die Kanäle von oben abgedichtet werden, ohne eine große Baustelle zu verursachen“, erklärte Horlacher. Diese Methode sei genauso effizient, aber deutlich günstiger.
Viele Baustellen
Auch in diesem Jahr stehen wieder zahlreiche Unterhaltungsmaßnahmen an: In drei Straßen werden die Decken saniert, hinzu kommen sechs Fußweg- und Treppensanierungen. In acht Straßen ist eine Oberflächenbehandlung geplant, die dazu dienen soll, dass die Straßen noch länger in ordentlichem Zustand bleiben. Zur grabenlosen Sanierung der Kanäle in Aufhausen und etlichen Bereichen kommt noch eine Kanalbaumaßnahme in der Staufener Straße in Oggenhausen hinzu. In der Brucknerstraße und der Steinstraße werden zudem bereits begonnene Bauarbeiten an Straße und Kanal fortgeführt.
Einige größere Baumaßnahmen, die noch in diesem Jahr anstehen, stellte der Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, Umwelt und Vermessung, Ralf Käpplinger, dem Gremium vor. Mit dem Umbau der Griesstraße hinter den Werkstätten der Gewerblichen Schule Heid Tech wird eine der schlechtesten Straßen im gesamten Stadtgebiet in Angriff genommen. Die Kosten für Straßen- und Kanalbau liegen bei rund 840.000 Euro. Im Sanierungsgebiet Hagen in Schnaitheim sollen 2026 gleich drei Straßen umgebaut und erneuert werden: die Albrechtstraße für 340.000 Euro, die Jakobstraße (ebenfalls 340.000 Euro) und die Schäferstraße für 680.000 Euro. In allen drei Straßen werden Käpplinger zufolge die Kanäle sowie die Wasser- und Gasversorgung und die Straßenbeleuchtung erneuert. Für die Stromversorgung werden Leerrohre gelegt. Umgebaut werden soll auch die St.-Peter-Straße, die im Sanierungsgebiet Oststadt liegt. Die Arbeiten hier werden für Straßen- und Kanalbau mit rund 690.000 Euro zu Buche schlagen.
Große Datenbank
Die Stadtverwaltung hat eine Datenbank, in der alle Straßen, Wege und Treppen erfasst sind. Genau dokumentiert ist auch der Zustand jedes einzelnen Abschnitts. Aufgeteilt sind die Straßen in die drei Prioritäten Buslinien/Haupterschließungsstraßen, Erschließungsstraßen und Wohnstraßen/Wohnwege.
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