Die Botschafterin des Königreichs Schweden, Veronika Wand-Danielsson, und die Botschafterin der Republik Estland, Marika Linntam, waren dieser Tage auf Einladung von IHK-Präsident Markus Maier und IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler zu Gast bei der IHK Ostwürttemberg. Gemeinsam mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, regionalen Entscheidungsträgern sowie rund 30 Unternehmerinnen und Unternehmern diskutierten sie über die strategische Bedeutung von Sicherheit, Digitalisierung und wirtschaftlicher Resilienz in Europa.
Kiesewetter betonte die zentrale Rolle der Region im europäischen Kontext. Ostwürttemberg habe „ein einzigartiges Ökosystem geschaffen, das Talente nutzt und Patente entwickelt“. Gleichzeitig sei klar: „Ohne Sicherheit gibt es keine Investitionen.“ Estland und Schweden seien Länder mit einem „anderen, entschiedenen Mindset“, wenn es um Sicherheit, Resilienz und Digitalisierung gehe.
Wichtige Handelspartner
Botschafterin Wand-Danielsson hob die enge wirtschaftliche Verbindung zu Deutschland hervor: „Deutschland ist unser wichtigster Handelspartner.“ Sie plädierte für eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU und eine Vertiefung des europäischen Kapitalmarktes.
Botschafterin Linntam unterstrich: „Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit müssen wir in EU und NATO gemeinsam angehen. Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Zukunft der Ukraine ist für Europa entscheidend.“ Estland zeige, wie Digitalisierung Staat und Gesellschaft stärken könne.
In der von IHK-Hauptgeschäftsführer Thilo Rentschler moderierten Runde stand die Frage im Mittelpunkt, wie Estland den Sprung zur vollständig digitalisierten Verwaltung geschafft hat. Linntam nannte als Erfolgsfaktoren die Identität für alle, digitale Infrastruktur als staatliche Kernaufgabe und die frühe Einbindung der Schulen: „Der Staat muss dort sein, wo die Menschen sind – also online.“ Wand Danielsson ergänzte für Schweden: kleine Länder dürfen nicht stehen bleiben, Schulbildung – auch im Umgang mit Fake News – sei zentral, und Offenheit für Veränderung präge die Gesellschaft.
IHK-Präsident Maier sagte, dass die Region für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt sei. Mit der Zukunftsinitiative Ostwürttemberg, den starken Weltmarktführern und einer tief verankerten Ausbildungstradition sei man auf dem Weg zu einer „resilienten Region“.

