Komplettsanierung in der Karlstraße

Warum die Heidenheimer Volksbank 20 Millionen Euro in ihre Zentrale investiert

Die Heidenheimer Volksbank wird 2026 mit der Generalsanierung ihrer Hauptstelle beginnen. Was geplant ist, wie die Arbeiten vonstattengehen sollen, und warum sie notwendig sind.

Bis Anfang des Jahres 2029 wird sich ein großer Teil der Karlstraße optisch verĂ€ndert haben, und in den zweieinhalb Jahren zuvor werden hier umfangreiche Bauarbeiten stattfinden. Der Grund dafĂŒr ist, dass die Heidenheimer Volksbank ihre Hauptstelle komplett sanieren und umbauen wird.

„FĂŒr uns, unsere Mitarbeiter und die Kunden ist das eine sehr große Herausforderung“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Elke MĂŒller-Jordan: „Das gesamte GebĂ€ude ist einfach in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedĂŒrftig.“ Der 1982 in Betrieb genommene Komplex erfĂŒlle lĂ€ngst nicht mehr die heutigen Anforderungen. „Damals waren Nachhaltigkeit und Energieeffizienz einfach noch kein Thema“, so MĂŒller-Jordan. Doch nicht nur das habe sich im Laufe der Jahrzehnte geĂ€ndert, auch die Anforderungen an ArbeitsplĂ€tze und die Arbeitsweisen generell seien heute andere. „Die Technik hat sich ebenso verĂ€ndert wie die Menschen.“

Immer wieder seien ĂŒber die Jahre hinweg kleinere Arbeiten am und im GebĂ€ude vorgenommen worden. „Aber wir haben stĂ€ndig Probleme, immer wieder platzen Rohrleitungen, durch die Fenster dringt Wasser in die BĂŒros ein“, sagt Vorstandsmitglied JĂŒrgen Edel. Das sorge dafĂŒr, dass die Mitarbeiter immer wieder umziehen mĂŒssten. Außerdem gebe es HeizungsausfĂ€lle. „Schon im Herbst 2024 hat der Aufsichtsrat darĂŒber nachgedacht, dass die Probleme grundlegend angepackt werden mĂŒssen, im Oktober dieses Jahres fiel dann der Beschluss fĂŒr die Generalsanierung“, so MĂŒller-Jordan.

FĂŒr diese habe man das Planungsunternehmen „DreiKa“ aus Bozen beauftragt. Dieses habe seit 25 Jahren Erfahrung mit dem Umbau und der Modernisierung und Sanierung von Volksbanken und Raiffeisenbanken in Italien, Österreich und SĂŒddeutschland. „Das sind absolute Profis, die genau darauf spezialisiert sind“, so die Vorstandschefin.

98 Meter langes GebÀude

Vorgesehen ist, den gesamten GebĂ€udekomplex, der sich ĂŒber eine LĂ€nge von 98 Metern von der City-Apotheke bis hin zur ehemaligen AOK-GeschĂ€ftsstelle an der Olgastraße zieht, komplett zu sanieren. „Im Laufe der Arbeiten wird nur noch der Rohbau erhalten bleiben“, sagt Edel. Lediglich die Tiefgarage, Keller und Tresoranlagen blieben außen vor. Im Inneren werden sĂ€mtliche Leitungen und Installationen erneuert, die Fenster ausgetauscht und zahlreiche andere Arbeiten vorgenommen. Auch die Zuschnitte der BĂŒros und der Kundenhalle werden verĂ€ndert. „Wir schaffen hier eine zukunftsfĂ€hige, moderne und zeitlose Bank, die sowohl den Anforderungen unserer Mitarbeiter als auch unserer Kunden gerecht wird“, so MĂŒller-Jordan. Vorgesehen ist außerdem, die Fassade zu dĂ€mmen und neu zu gestalten, sowie die Akustik und den Schallschutz zu verbessern.

Vorstandsvorsitzende Elke MĂŒller-Jordan und Vorstand JĂŒrgen Edel freuen sich ĂŒber eine gute Bilanz der Heidenheimer Volksbank fĂŒr das Jahr 2024.

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Das Arbeiten wird sich nach der Generalsanierung fĂŒr die Mitarbeiter verĂ€ndern: „Wir werden deutlich weniger ArbeitsflĂ€chen benötigen, weil die Struktur geĂ€ndert wird. Hatte ein Berater bisher ein BĂŒro, in dem er alles erledigt hat, wird es kĂŒnftig extra RĂ€ume fĂŒr BeratungsgesprĂ€che geben, die mit neuester Technik ausgestattet sind. Die Mitarbeiter können diese RĂ€ume dann buchen, ansonsten arbeiten mehrere in einem BĂŒro zusammen“, erklĂ€rt MĂŒller-Jordan. Das schaffe viele Synergieeffekte.

14 neue Wohnungen

Durch diese strukturellen VerĂ€nderungen werden in dem GebĂ€udekomplex auch FlĂ€chen frei. Der Vorstandschefin zufolge handelt es sich dabei um rund 2000 Quadratmer: „Hier werden wir insgesamt 14 innerstĂ€dtische Wohnungen mit 50 bis 90 Quadratmetern schaffen.“ Sie alle werden im Bereich sĂŒdlich des heutigen Haupteingangs in den oberen Etagen entstehen. „Wir brauchen diese BĂŒroflĂ€chen nicht mehr, also werden wir sie anderweitig nutzen und wertvollen Wohnraum schaffen.“

Die beiden, auf das Parkdeck an der Ecke Olga/Marienstraße aufgebauten BĂŒroetagen wird die Volksbank nach Ende der Sanierung nicht mehr benötigen. Rudi Penk

Nicht mehr benötigt werden kĂŒnftig auch die RĂ€umlichkeiten im Aufbau ĂŒber dem Parkdeck des frĂŒheren Coop-GebĂ€udes an der Ecke Marien-/Olgastraße. Hier gehören der Volksbank zwei Stockwerke, in denen aktuell noch 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in internen Bereichen beschĂ€ftigt sind. „Auch die wollen wir in die Hauptstelle holen, wenn der Umbau fertig ist“, sagt MĂŒller-Jordan. Sei das vollzogen, werde man versuchen, den Aufbau zu verkaufen.

Komplex wird komplett entkernt

Vorerst aber wird er noch benötigt, nĂ€mlich als Ausweichquartier fĂŒr Volksbank-BeschĂ€ftigte. Denn wĂ€hrend der gesamten Generalsanierung wird der GebĂ€udekomplex in der Karlstraße leerstehen. „Unter laufendem Betrieb wĂ€ren die umfangreichen Arbeiten nicht zu bewerkstelligen“, sagt MĂŒller-Jordan. Deshalb mĂŒssen sĂ€mtliche derzeit 148 in der Hautstelle tĂ€tigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zum dritten Quartal 2026 umquartiert werden. „Wir haben schon ein paar Standorte, mit anderen laufen derzeit noch die Verhandlungen. Aber wir bleiben auch wĂ€hrend der Bauphase in der Innenstadt prĂ€sent“, betont die Vorstandsvorsitzende. Auch die EinzelhandelsgeschĂ€fte, die im sĂŒdlichen Teil im Erdgeschoss des GebĂ€udes heimisch sind, werden wĂ€hrend der Bauphase, die auf rund zweieinhalb Jahre angesetzt ist, geschlossen sein.

Die Kosten fĂŒr die Generalsanierung sind mit 20 Millionen Euro veranschlagt. „Uns ist bewusst, dass das sehr viel Geld ist, aber nach mehr als 40 Jahren ist die Sanierung unumgĂ€nglich. Wir sehen das auch als Bekenntnis zu unserem Standort in Heidenheim“, betont MĂŒller-Jordan. „Und wir hoffen, dass der Umbau unser Haus auch fĂŒr die kommenden vier Jahrzehnte fit macht.“

Lokale Betriebe kommen zum Zug

Seit dem Jahr 1954 ist die Heidenheimer Volksbank in der Karlstraße ansĂ€ssig. Die GebĂ€ude wurden nach und nach erweitert, seit 1982 gehört die sandsteinfarbene Fassade in der heutigen Form zum Stadtbild.

Das mit dem Umbau beauftragte Unternehmen "DreiKa" wird bei der anstehenden Sanierung auch als Generalunternehmer auftreten. "Dabei wird selbstverstĂ€ndlich darauf geachtet, möglichst viele Betriebe aus dem Landkreis Heidenheim zu beauftragen", erklĂ€rt die Volksbank-Vorstandsvorsitzende Elke MĂŒller-Jordan. Denn die lokalen Betriebe gehörten schließlich auch zur Kundschaft des Kreditinstituts.