„Schon lange nicht mehr gesehen.“ Ein Satz, den der Sänger Rea Garvey vermutlich nicht allzu vielen seiner Fans gegenüber äußert. Barbara Hörmanseder-Potz und Alexandra Marker haben diese Worte hingegen schon so einige Male gehört. Denn die beiden sind Mitglieder des österreichischen Rea-Garvey-Fanclubs. Eine Tour des Popsängers ohne die beiden im Publikum? Undenkbar. Auch beim bevorstehenden Abschluss der Sommerkonzertreihe im Rahmen des Brenzpark-Open-Airs in Heidenheim wollen Hörmanseder-Potz und Marker zeigen, dass die österreichische Rea-Garvey-Fanszene floriert.

Angefangen hat das Fan-Dasein bei Alexandra Marker bereits zu „Reamonn“-Zeiten. Gemeinsam mit ihrer Tochter hat die heute 64-Jährige schon viele Konzerte der Band besucht, irgendwann sogar mit den beiden Enkeln im Schlepptau. „Inzwischen sind schon drei Generationen Fans von Rea“, erzählt Marker. Barbara Hörmanseder-Potz kann ebenfalls schon stolze 25 Jahre Fan-Dasein für sich verzeichnen. „Ich bin schon ‚Reamonn‘ nachgefahren“, erzählt sie. Auch die Solokarriere Garveys unterstützt die 48-Jährige tatkräftig.
2016 gründeten die beiden Superfans eine Facebookgruppe. Ihre Intention: zeigen, dass auch Österreich über eine lebhafte Rea-Garvey-Fanszene verfügt. „Er tritt zwar immer wieder in Deutschland auf, bei uns allerdings nicht so oft. Mit dem Fanclub wollen wir Fans verbinden und auch auf Konzerten sichtbar sein“, so Hörmanseder-Potz. Erst vergangenes Jahr trafen sich die beiden Fans zum ersten Mal persönlich. Vom ersten Moment an sei klar gewesen: Sie waren und sind auf derselben Wellenlänge.
200 Mitglieder bei österreichischem Rea-Garvey-Fanclub
Der Fanclub selbst verzeichnet heute rund 200 Mitglieder; denkbar sei, eines Tages einen offiziellen Verein daraus zu machen. Auf Konzerten zeigen sich die Fanclub-Mitglieder mit einem selbstbemalten Transparent, dessen Aufschrift mit jeder Tour, mit jedem Konzert weiterwächst. Bei den Auftritten verteilen sie zudem Goodies und Geschenke an andere Fans, darunter selbstgemachte Kekse – ein Leichtes für die gelernte Konditormeisterin Alexandra Marker.
Im Fokus des Fanclubs soll jedoch nicht nur das eigene Vergnügen stehen. „Manchmal können wir Fans, die sich das sonst nicht finanziell nicht leisten können, oder die gerade eine schwere Zeit durchmachen, einen Konzertbesuch ermöglichen“, berichtet Hörmanseder-Potz. Über einen österreichischen Radiosender konnten dank einer Spendenaktion des Fanclubs zudem 1200 Euro für bedürftige Kinder gesammelt werden.
Er nimmt sich immer kurz Zeit für einen. Und manchmal kriegt man sogar eine Umarmung. Man schwebt danach so ein bisschen, muss ich zugeben.
Barbara Hörmanseder-Potz, über Rea Garvey
Das Schönste sei natürlich, den Konzerten beizuwohnen und am Ende vielleicht sogar Rea Garvey zu begegnen. Mal wieder. „Wir haben ihn schon öfters getroffen, aber jedes Mal ist anders“, so Barbara Hörmanseder-Potz. „Er nimmt sich immer kurz Zeit für einen. Und manchmal kriegt man sogar eine Umarmung. Man schwebt danach so ein bisschen, muss ich zugeben“, sagt sie und lacht. Dass der Sänger sich bei den Treffen an seine Fans erinnere, sei etwas Besonderes.
Auf den Konzerten treffen die beiden naturgemäß immer wieder andere Fans – manchmal sehe man sich über die Jahre hinweg immer wieder. So viel Treue kann durchaus körperlich anstrengend sein. Seit dem Beginn der „Halo Summer Open Air“-Tour folgen Barbara Hörmanseder-Potz und Alexandra Marker Rea Garvey und seiner Live-Band. Mit dem Auto starteten sie im Raum Wien, den Abschluss macht am kommenden Sonntag Heidenheim – beim Brenzpark-Festival endet für den österreichischen Rea-Garvey-Fanclub dieses Tour-Kapitel.
Tour-Abschluss in Heidenheim
„Andere machen Urlaub auf Mallorca, wir gehen zu Konzerten von Rea“, sagt Marker. „Das ist zwar manchmal anstrengend, aber sobald das Konzert anfängt, vergisst man sämtliche Strapazen.“ Und auch wenn die Tour in Heidenheim endet – das nächste Konzert kommt sicher. Und der österreichische Fanclub wird dabei sein.