Leserbrief

Wann werden die vielen überflüssigen Krankenkassen endlich aufgelöst?

Leserbrief zum Beitrag im überregionalen Teil der gedruckten HZ vom 8. August „Die verlorenen Millionen“, den die Südwestpresse verantwortet.

Wen wundert es, dass das Vertrauen in die Politik weiter rapide abnimmt, wenn solche Pannen in den Krankenkassen möglich sind, ohne dass Konsequenzen folgen? Wir Bürger müssen diese Verluste ja wohl bezahlen! Oder? Wann werden die (überflüssigen) vielen Krankenkassen endlich aufgelöst und wie in vielen Nachbarländern mit Erfolg in „eine zentrale Kasse“ zusammengefasst? 16 Milliarden Euro wären die Ersparnis jährlich, die durch den Verwaltungsaufwand entstehen!

Die vorgesehenen Ersparnisse im Gesundheitssystem bleiben weiter für viele Millionen Bürger umstritten, z. B. für die Bürger, die homöopathische oder anthroposophische Mittel, die sie ja auch bisher zum größten Teil selbst bezahlen mussten und nun ganz aus der Erstattung fallen sollen. Die Begründung für diesen Schritt, von angeblichen Experten aufgestellt, ist unwahr und führt im Gegensatz zu höheren Kosten, wenn jetzt alle Heilmittel nur aus der konservativen Pharma-Industrie genommen werden sollen!

Warum kümmert sich keine Partei um die Rechte der Patienten, die im Grundgesetz mit „freier Therapiewahl“ berechtigt, Alternativen benutzen.

Zudem sei darauf hingewiesen, dass in der Praxis bei den Behandlungen nie nur homöopathische und anthroposophische Heilverfahren von den Medizinern eingesetzt werden und daher der Begriff „Integrative Medizin“ für das Zusammenwirken längst zur Anwendung kommt und gar nicht als Einsparpotenzial infrage kommen kann.

Wahrscheinlich muss das Bundesverfassungsgericht diese Rechtslage klären, wenn die Politik nicht eine Rücknahme dieser falschen Einsparung vornimmt.

Günter Luft, Heidenheim