Die Bühne ist für Paul Huber kein fremder Ort. „Ich fühle mich auf der Bühne mehr zu Hause als sonst irgendwo“, sagt der 22-Jährige. Trotzdem sei der Moment bei „The Voice of Germany“ ein anderer gewesen. Als sich das Tor zur Bühne öffnete, habe er „Puls 180“ gehabt. Dann ging das Singen los – und die Aufregung sei schnell verflogen.
Seit seiner Geburt lebt Huber in Schnaitheim. Musikalisch hat der Weg des jungen Sängers allerdings erst vor rund sieben Jahren begonnen. In einer Schulband in Königsbronn sammelte er seine ersten Bühnenerfahrungen, unter anderem bei Auftritten in der Hammerschmiede und der Schulmensa. Eigentlich habe er zunächst Gitarre spielen wollen. „Es hat sich dann relativ schnell rausgestellt, dass ich das mit dem Singen besser mache, weil das mit der Gitarre habe ich nicht so drauf“, erzählt er lachend.
Von AC/DC bis zum eigenen Song
Geprägt habe ihn zunächst vor allem die Musik, die er selbst hörte. Rockklassiker von AC/DC und Queen gehörten dazu. Eine wichtige Rolle spielten für ihn auch Paul Rathgeb und Jonas Esslinger, die die Schulband damals betreuten. Beide waren selbst Mitglieder der Band gewesen und begleiteten die Jugendlichen dann nach der Schulzeit als Betreuer weiter. Heute musiziert Huber mit ihnen erneut – in seiner neu gegründeten Band „Pauls and Jones“ und in „Endless Call“, einer Band, die aus der früheren Schulband hervorgegangen ist. Musikalisch bewegt sich Huber zwischen Rock und Pop. Während „Endless Call“ stärker auf Rock und eigene Stücke setze, spiele „Pauls and Jones“ vor allem Coverversionen aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Auch als Solokünstler hat Huber bereits einen eigenen Song veröffentlicht.

Musik sei inzwischen ein fester Bestandteil seines Alltags. Rund 20 Stunden pro Woche beschäftige er sich damit – „quasi schon einen Teilzeitjob“, wie er sagt. Beruflich arbeitet er im elterlichen Betrieb, einer Gärtnerei in Schnaitheim. In seiner Freizeit fährt er außerdem Motorrad.
Ein Wunsch, der lange im Kopf war
Dass Huber irgendwann auf einer großen Bühne stehen wollte, habe sich schon früh abgezeichnet. „Ich habe die Sendung ja schon als Kind immer angeguckt. Es war auch immer mehr mein Ding als andere Casting-Shows“, erzählt er. Schon damals habe er sich gedacht: „Da will ich irgendwann mal hin.“ Zunächst habe er an „The Voice Kids“ gedacht, sich damals aber nicht getraut. Anfang dieses Jahres folgte schließlich die Bewerbung für die reguläre Ausgabe. Die Vorbereitung sei vergleichsweise unspektakulär gewesen: Nachdem er seinen Song bekommen hatte, habe er diesen fleißig geübt. Unterstützung habe er vor Ort von Freunden bekommen, die ihn begleiteten. Gemeinsam habe man überlegt, was auf der Bühne möglich sei.
Mit seiner Leistung ist Huber zufrieden. Vor und während dem Auftritt sei allerdings die Frage im Kopf gewesen, ob sich einer der Coaches für ihn umdrehen werde. In der diesjährigen Staffel sitzen Shirin David, Rea Garvey, Nico Santos sowie Michi und Smudo von den Fantastischen Vier in den Coach-Sesseln.
Einen eindeutigen Favoriten in der Jury habe er dabei nicht gehabt. „Die waren alle relativ gleichauf“, sagt Huber. Seine eigene Stärke sieht er vor allem in seiner Stimme. „Ich würde sagen, mich unterscheidet halt die Kraft in der Stimme“, sagt er. Gerade im Rockbereich habe er eine Stimme, die nicht jeder habe.
„Heidenheim ist einfach immer besser“
Bei aller Freude über den Sprung ins Fernsehen bleibt die Verbindung zur Heimat bestehen. Huber sei zwar für ein Jahr in München gewesen, letztlich habe es ihn aber wieder nach Heidenheim gezogen. „Heidenheim ist einfach immer besser als die anderen Städte, hier ist einfach mein zu Hause“, sagt er.
Auch bei „The Voice“ habe er seine Herkunft nicht völlig außen vor gelassen. Mit Michi und Smudo habe er sich unterhalten – schließlich kommen auch die beiden aus dem „Ländle“. Schwäbisch gesprochen habe er auf der Bühne allerdings nicht.
Was nach „The Voice“ kommt, hängt für Huber weniger davon ab, wie weit er in der Sendung kommt. Sein Ziel sei es, mehr eigene Musik zu produzieren und zu veröffentlichen. Einen eigenen Song gibt es bereits, weitere sollen folgen. „Mir eine künstlerische Identität aufbauen“, beschreibt er seinen Wunsch. Eine größere Reichweite durch die Fernsehsendung wäre dabei natürlich hilfreich. Von der Musik leben zu können, wäre für ihn langfristig ein Traum. „Es ist einfach meine Leidenschaft. Es wäre natürlich schön, wenn ich davon irgendwann leben könnte. Aktuell sind wir weit davon entfernt.“
Jetzt steht zunächst einmal der nächste Schritt an: die Ausstrahlung seines Auftritts. In Schnaitheim will Huber sie gemeinsam mit Freunden, Wegbegleitern aus Musik, Arbeit und Berufsschule anschauen. Dazu ist eine kleine Party geplant – möglicherweise mit einem kurzen Live-Set gemeinsam mit dem Gitarristen seiner Band. Und danach geht es für den Schnaitheimer wieder auf die Bühne. Diesmal nicht vor Millionen Fernsehzuschauern, sondern ganz in der Nähe seiner Heimat.
Die nächsten Termine
Die Ausstrahlung seines „The Voice of Germany“-Auftritts ist für Samstag, 12. September, um 20.15 Uhr auf ProSieben angekündigt. Am 11. September ist Paul Huber bei den „Reichsstädter Tagen“ an der Stadtkirche in Aalen mit seiner Band „Pauls and Jones“ zu hören. Am 13. September folgt dort ein weiterer Auftritt mit der Band „Endless Call“.
