Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen. Auf Formulierungen wie „Schurkenstaat“ oder „durchschauende Nebelkerze“ möchte ich nicht weiter eingehen, sie scheinen mir dem Format dieser Kolumne geschuldet zu sein.
Ich möchte mich auf die „Physik auf Mittelstufenniveau“ beschränken und dabei auf die Botschaft, eine Wärmepumpe sei auch ein gutes Klimagerät, eingehen: Physikalisch ist hier neben der Lufttemperatur auch der Taupunkt von entscheidender Bedeutung. Kurz gesagt: Liegt die Temperatur einer Fläche unter dem Taupunkt (in der Praxis leicht über 20 Grad C), kondensiert in der Luft befindliches Wasser und die Fläche wird nass.
Zur Praxis: Bei einem normalen Klimagerät wird gekühlte Luft in den Raum hineingeblasen. Diese Luft ist zusätzlich entfeuchtet, der Taupunkt ist gesunken und es kommt zu keiner Kondensation. Bei einer Kühlung über eine Wärmepumpe fehlt die Entfeuchtung, an den zur Kühlung genutzten (schon vorhandenen) Flächen (z. B. Radiatoren, Fußboden) kommt es im Regelfall zu Kondensation, die Flächen werden also nass. Das ist natürlich unbrauchbar.
Lt. Literatur im Internet kann man deshalb mit Wärmepumpen bestenfalls eine Temperaturabsenkung von ca. 2 Kelvin erreichen, also z. B. von 30 Grad auf 28 Grad, was natürlich nichts bringt! Schade, aber wahr. Die Botschaft, mit einer Wärmepumpe ließe sich eine Klimaanlage einsparen, ist schlicht falsch!
Hans-H. Jahn, Giengen
Anmerkung der Redaktion
Der Durchschnitt der Tageshöchstwerte des Taupunkts lag in Heidenheim vom 1. bis 23. Juni 2026 bei 15,39 Grad Celsius, der Mittelwert der durchschnittlichen Temperatur des Taupunkts in diesem Zeitraum lag bei 12,48 Grad Celsius. Quelle: Wetterstation Heidenheim