Leserbrief

Stärkt die deutsche Demokratie durch unakzeptable Neuverschuldung die AfD?

Leserbrief zum Beitrag „Interessante Staatspapiere“ im überregionalen Teil der gedruckten Ausgabe vom 31. August, den die „Südwestpresse“ verantwortet.

Die deutsche Demokratie kann mit Steuergeldern nicht umgehen. Sie verschuldet sich verantwortungslos und mit einer völlig unakzeptablen Geschwindigkeit. Noch nie wurden Staatsschulden schneller und verantwortungsloser nach oben getrieben. Dadurch müssen zwangsläufig die Staatspapiere mehr Zinsen bringen. Gut für Sparer, schlecht für Häuslebauer.

Wie sieht die deutsche Schuldenrealität aus? Deutschland hat leider 2,84 Billionen Euro Schulden verantwortungslos angehäuft. Dadurch ist jeder Bundesbürger mit unglaublichen 34.000 Euro politisch falsch verschuldet worden. Dies entspricht einer deutschen Schuldenquote von 61 Prozent des BIP. Daraus resultieren leider 50,5 Milliarden Zinslast jedes Jahr für den deutschen Staat. Durch zwei Faktoren steigt diese Zinslast schneller an, als gewollt. Die Zinsen werden durch die Überschuldung des Staates weiter ansteigen. Der deutsche Staat hat das Sparen längst verlernt und verschuldet sich immer schneller und höher.

Warum ist diese Situation noch viel schlimmer? Der Staat hat das Kunstwort „Schuldenvermögen“ zusätzlich erfunden. Dies ist eine Verschleierungstaktik, um die wahre deutsche Verschuldung zu verharmlosen und schönzurechnen. Führt uns die deutsche Politik in eine bewusste Währungsreform? Nimmt die Politik den Handlungsspielraum der zukünftigen Generationen bewusst in Kauf? Ist eine direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild besser und überfällig? Stärkt die deutsche Demokratie durch unakzeptable Neuverschuldung die AfD?

Horst Widmayer, Heidenheim