Leserbrief

Stadt-Info zurück ins alte Rathaus

Leserbrief zum Beitrag "Neue Variante fürs Elmar-Doch-Haus" (Ausgabe vom 20. Juli):

Stadt-Info zurück ins alte Rathaus

Ich lebe seit über 50 Jahren in Heidenheim und erlebte hier schon so einiges. Es gab einmal in der Innenstadt fußläufig erreichbar etliche gute und preiswerte Gaststätten mit einheimischer Küche. Das waren unter anderem der “Raben”, der “Grüne Baum”, das “Lamm”, die “Konzerthausgaststätte”, der “Hirsch”,  der “Anker” und das “Hennenest”. Übrig blieb der “Pfauen”. Adäquater Ersatz Fehlanzeige. Und warum?

Die heutige Generation nimmt sich keine Zeit mehr für eine mindestens einstündige Mittagspause zur Einnahme eines Mittagsmahls im Sitzen. Fast Food ist angesagt. Und abends geht man in den Club, ins Trainingscenter oder streamt zu Hause. Wer geht noch mit Arbeitskollegen Kegeln und anschließend gemeinsam Speisen? Beispiel “Rembrandtstuben” im Mittelrain. Steht seit Jahrzehnten leer.

Daher haben gefühlsmäßig “antiquierte” Gaststätten heute keine Überlebenschance. Und so ginge es meines Erachtens auch einer (gehobenen) Gastronomie im Elmar-Doch-Haus. Heidenheim bleibt Heidenheim, auch mit einem Fußball-Bundesligisten. Lasst die Kirche im Dorf und siedelt die Stadt-Information wieder im alten Rathaus an. Denn der alte Steingass fällt früher oder später eh der Spitzhacke zum Opfer wie das Meeboldhaus, will man doch eine Verbindung von der Grabenstraße zur Hauptstraße schaffen.

Und ein Trausaal im alten Gemäuer hat mehr Feeling als in der Betonburg Rathaus. Eine europaweite Ausschreibung für eine Gastronomie im alten Rathaus, ist rausgeschmissenes Geld. Das städtische Budget ist eh schon überlastet.
Friedrich Kunz, Heidenheim