Seit 2014 hatte es in keinem Januar einen so hohen Wert gegeben: Aktuell sind in Deutschland 3,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, macht dafür neben jahreszeitlichen Gründen die fehlende Dynamik auf dem Arbeitsmarkt verantwortlich.
Spiegelbildlich dazu verlief seit Jahresbeginn die Entwicklung in der Region. Auch dort deutet nichts auf eine nachhaltige Verbesserung der Lage hin. Im Gegenteil: Die Zahlen verharren im Keller, der Winterschlaf hält an.
Mehr Langzeitarbeitslose
Ende Januar sind im Bezirk der Agentur für Arbeit in Aalen (Kreis Heidenheim und Ostalbkreis) 11.379 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 545 mehr als im Dezember und 402 mehr als im Januar 2025. Die meisten Arbeitslosen sind derzeit mit 3924 in Heidenheim registriert (Dezember: 3777). In Schwäbisch Gmünd sind es 3741 (3562), in Aalen 2518 (2396), in Ellwangen 604 (541), in Bopfingen 592 (558). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung sind, stieg um 109 auf 3703. Das entspricht einer Quote von 32,5 Prozent.
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, legte in Ostwürttemberg von 4,2 auf 4,4 Prozent zu. In Heidenheim stieg sie von 4,9 auf 5,1, in Schwäbisch Gmünd von 4,6 auf 4,9, in Bopfingen von 3,7 auf 4,0, in Aalen von 3,7 auf 3,9, in Ellwangen von 2,1 auf 2,3 Prozent.
Übliche Entwicklung
Stefan Schubert, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Aalener Arbeitsagentur, bezeichnet die Steigerung der Arbeitslosenzahl in der Region um 5,0 Prozent als „durchaus jahreszeitlich üblich“. Gründe hierfür seien beispielsweise zum Jahresende auslaufende Arbeitsverträge und saisonale Effekte wie vorübergehende Freistellungen in witterungsabhängigen Branchen.
Gleichzeitig sucht Schubert nach positiven Aspekten: „In diesem Jahr ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit gebremst im Vergleich zum Schnitt der letzten drei Jahre, und auch die Jugendarbeitslosigkeit ist rückläufig zum Vorjahr.“ Als erfreulich bewertet er die Tatsache, dass trotz der saisonalen Gründe und der konjunkturellen Eintrübung im Januar 550 Personen eine Beschäftigung finden konnten.

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Nichtsdestotrotz bringt die Konjunkturflaute eine allenfalls dezente Nachfrage nach Personal mit sich: Die Betriebe in der Region zeigten sich der Arbeitsverwaltung zufolge seit Jahresbeginn sehr zurückhaltend und meldeten deutlich weniger neue Stellen als zuletzt. Infolgedessen sank die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um gut 18 Prozent auf 2873. „Konjunkturflaute und wirtschaftlich unsichere Rahmenbedingungen drosseln die Einstellungsbereitschaft regionaler Arbeitgeber, weshalb der Stellenmarkt etwas verhalten ins neue Jahr startet“, sagt Schubert zusammenfassend.
Gleichzeitig wertet er die Bereitschaft der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, Arbeits- und Ausbildungsstellen zu melden, als Zeichen dafür, „dass sie sich für die Fachkräfte von heute und morgen einsetzen“. In diesem Zusammenhang verweist Schubert auf die Aalener Ausbildungs- und Studienmesse, die am Samstag, 7. Februar, von 9 bis 13 Uhr im dortigen Beruflichen Schulzentrum stattfindet.
16 Betriebe zeigen Kurzarbeit an
Im Januar haben in Ostwürttemberg 16 Betriebe für 180 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt, nachdem das im Dezember 2025 noch 15 Betriebe für 228 Beschäftigte taten. Nach Ablauf aller Melde- und Abrechnungsfristen liegen mittlerweile endgültige Zahlen für Juli 2025 vor. Damals befanden sich 1991 Personen in 87 Betrieben in Kurzarbeit.

