Leserbrief

Signale aus dem Heidenheimer Gemeinderat fehlen

Leserbrief zur Entscheidung des Heidenheimer Stadtrats Christoph Weichert, sein Mandat niederzulegen:

Der Rücktritt von Herrn Weichert ist ein deutliches Warnsignal. Seine Kritik wirft Fragen zum Führungsstil sowie zu Entscheidungen der vergangenen fünf Jahre auf. Besonders bemerkenswert ist seine Aussage, dass er sich bei einer anderen Führungsspitze in Heidenheim durchaus wieder für ein Mandat zur Verfügung stellen würde. Das zeigt klar: Nicht mangelndes Engagement ist der Grund für seinen Rücktritt, sondern offenbar die Art der Zusammenarbeit.

Viele Bürgerinnen und Bürger verfolgen diese Entwicklung inzwischen mit wachsender Enttäuschung und Frust. Im Wahlkampf wurde ein anderer Eindruck vermittelt – offen, verbindend und bürgernah. Davon scheint heute wenig übrig zu sein. Wenn nun sogar aus dem Gemeinderat deutliche Kritik am Oberbürgermeister zu hören ist, stellt sich für mich eine zentrale Frage: Wie soll unter diesen Voraussetzungen in den kommenden drei Jahren noch verantwortungsvoll Politik für unsere Stadt gemacht werden?

Für viele Menschen in der Bevölkerung ist Herr Salomo schon seit Längerem nicht mehr tragbar. Umso erstaunlicher ist es, dass es bislang kaum klare öffentliche Signale aus dem Gemeinderat gibt. Gibt es dort keinen Plan B? Gibt es keinen möglichen Gegenkandidaten für die nächste Wahl? Oder will man die Situation einfach aussitzen?

Der Gemeinderat trägt Verantwortung für das Wohl unserer Stadt. Wenn weite Teile des Gremiums tatsächlich das Vertrauen in den Oberbürgermeister verloren haben, dann muss dies auch offen ausgesprochen und politisch gehandelt werden. Wegsehen und Schweigen helfen niemandem.

Bis zum Ende der Amtszeit liegen noch mehrere Jahre vor uns. In dieser Zeit kann politisch noch viel gestaltet werden – im positiven wie im negativen Sinne. Umso wichtiger wäre jetzt ein klares Signal aus dem Gemeinderat und eine ehrliche Diskussion über den zukünftigen Kurs im Rathaus. So wie bisher kann und darf es nicht weitergehen.

Ute Ludwig, Heidenheim