Schuhhandel im Wandel

Schuh Werdich schließt, Schuh Hermann investiert in Heidenheim

Der Schuhhandel in Heidenheim verändert sich: Mit der Schließung der Werdich-Filiale in den Schloss-Arkaden verschwindet ein weiteres Schufachgeschäft in der Innenstadt. Gleichzeitig investiert Schuh Hermann in seine Filiale an der Steinheimer Straße.

Der Wandel im stationären Schuhhandel ist in der Heidenheimer Innenstadt deutlich spürbar. Ganz aktuell hat Werdich seine Türen im Obergeschoss der Schloss-Arkaden geschlossen. Geschäftsführer Friedrich Werdich erklärte, dass der Mietvertrag ausgelaufen sei. Nach der Schließung der Standorte in Aalen und Heilbronn sei die Versorgung des Heidenheimer Geschäfts logistisch aufwändig geworden. Viele Kundinnen und Kunden würden zudem nach Ulm fahren, wo auf deutlich größerer Fläche mehr Auswahl geboten werde.

Bereits im vergangenen Jahr verschwand mit Schuh Baumann eines der letzten inhabergeführten Schuhfachgeschäfte in der Innenstadt. Schon vor längerer Zeit hatten auch Reno und Bucher Schuhe ihre Standorte in der Fußgängerzone aufgegeben.

Damit schrumpft das Angebot reiner Schuhgeschäfte weiter. Aktuell bleibt Deichmann das einzige klassische Schuhgeschäft in der Innenstadt. Der Filialist hatte erst im vergangenen Jahr sein Geschäft in den Schloss Arkaden modernisiert.

Neues Geschäft in den Schloss-Arkaden in Heidenheim steht schon fest

Stephan Raida, Sprecher der Eigentümerfirma ITG in Düsseldorf, betont, dass die Schließung von Werdich exemplarisch für die Herausforderungen der Innenstadt sei: „Wenn in Giengen so große Schuhkompetenz aufgebaut wird, hat das Strahlkraft – auch auf andere Städte. Die Veränderungen zeigen, wie sehr sich Umsätze verschieben und wie empfindlich klassische Fachgeschäfte auf neue Konkurrenz reagieren.“

Noch bis zum 31. Januar laufe der Mietvertrag mit Werdich. Die frei werdende Fläche in den Schloss-Arkaden soll nahtlos am 1. Februar von Takko übernommen werden, einem Textildiscounter, der ähnliche Kundengruppen wie Deichmann anspreche, so Raida. Laut Bauzeitenplan soll die Eröffnung am 12. März erfolgen – bewusst an einem Donnerstag, um den Händlern vor den umsatzstarken Tagen Freitag und Samstag die Möglichkeit zu geben, alles abzustimmen.

Auch die beiden anderen, seit einigen Monaten leer stehenden Flächen im Obergeschoss, ehemals Jack & Jones und Vero Moda, hat Raida auf dem Schirm: Die Mietverträge liefen noch, auch wenn die Geschäfte geschlossen seien. Raida ist optimistisch, dass bis Ostern erfolgreiche Nachfolgeregelungen getroffen werden können.

Schuh Hermann baut seine Filiale an der Steinheimer Straße in Heidenheim aus. Natascha Schröm

Hermann Schuhe erweitert Sortiment in Heidenheim

Am Stadtrand hingegen ein anderes Bild: An der Steinheimer Straße setzt Schuh Hermann ein Zeichen für den Standort Heidenheim. Die Filiale wird derzeit umgebaut. Während der Bauphase findet ein Zeltverkauf statt. Geschäftsführer Sven Walter erläutert dazu: „Der Umbau erfolgt im Rahmen unserer strategischen Weiterentwicklung des Filialnetzes. Ziel ist es, den Standort Heidenheim nachhaltig zu stärken, das Einkaufserlebnis weiter zu verbessern und das Sortiment noch gezielter auf die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden auszurichten.“

Für den Umbau investiert Hermann nach Angaben von Sven Walter rund 1,5 Millionen Euro. Die Verkaufsfläche wächst auf rund 1800 Quadratmeter. Neu sei unter anderem eine Kinderabteilung im Erdgeschoss, die künftig deutlich sichtbarer und kundenfreundlicher positioniert sei. Zudem wird am Standort erstmals ein Herrentextil-Sortiment eingeführt, um das Angebot gezielt zu erweitern. Insgesamt sollen das neue Ladenkonzept und die veränderte Flächenaufteilung für mehr Übersicht, eine moderne Warenpräsentation und ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis sorgen. Die erste Teilhalle wird Ende Februar 2026 eröffnet, darin sollen die Kinderschuhe angeboten werden. Der komplette Umbau dauert nach Unternehmensangaben voraussichtlich bis Ostern.

30 Jahre, 30 Filialen

Das familiengeführte Unternehmen Hermann Schuhe und Mode ist seit mehr als 30 Jahren in Süddeutschland aktiv. Gegründet 1992 von Jürgen Herrmann und Jürgen Holzner in Dillingen, steuert das Unternehmen heute von Leipheim aus rund 30 Filialen in Baden-Württemberg und Bayern.

Martin Ziegler in seinem neu eröffneten Café in der Hinteren Gasse.

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