Nach 50 Dienstjahren

Reiseberater Ralf Fleischmann verlässt den Heidenheimer Bahnhof

Als die Berufslaufbahn von Ralf Fleischmann beginnt, fahren in Deutschland noch Dampfloks. Jetzt, 50 Jahre später, am 31. August 2026, endet seine letzte Schicht im Heidenheimer Bahnhof:

Zehn nach zehn. Ralf Fleischmann ist pünktlich. Auf die Minute. Wie erwartet. Alles andere wäre geeignet, dem Bild jenes Mannes, der Abertausende Reisende zuverlässig mit minutiös ausgearbeiteten Zugverbindungen versorgte, Kratzer zu verpassen. Und diese Blöße würde sich der 65-Jährige niemals geben. Nicht nach 50 Jahren in Diensten der Bahn. Nicht im Gespräch mit der Heidenheimer Zeitung, ehe er sich in den Ruhestand verabschiedet.

Astronaut, Fußballprofi, Filmstar: Die meisten Kinder sehen sich früh im Zentrum ihres beruflichen Lebenstraums – ehe dieser zügig zerplatzt. Auch Ralf Fleischmann weiß schon in jungen Jahren, womit er einmal sein Geld verdienen möchte. Im Unterschied zu vielen anderen bleibt ihm ein unsanftes Erwachen erspart. „Mir war von Anfang an klar, dass ich mal bei der Bahn anfange“, sagt der gebürtige Mergelstetter.