Leserbrief

Nicht nur Christen können zu Gewaltfreiheit beitragen

Leserbrief zum monatlichen Friedensgebet in Heidenheim:

Mit der Überschrift „Monatliches Friedensgebet“ wird darauf hingewiesen, dass sich Christen jeden ersten Mittwoch im Monat in der Pauluskirche treffen, um für den Frieden in unserer Welt zu beten. Ich bin seit Jahren Mitglied in der Heidenheimer Friedensgruppe und begrüße die Initiative der evangelischen Kirche für ein monatliches Friedensgebet. Warum richtet sich die Einladung jedoch nur an Christen? Wenn es um den Frieden geht, hat jeder das Recht, ja sogar die Pflicht, mitzureden.

Wir mischen uns ein, weil wir den Frieden bedroht sehen. Auf der zusammengewachsenen Welt, die heute neu geordnet wird, nehmen die Spannungen zu. Unsere Zeit braucht eine starke Friedensbewegung, und die Kirche kann mit ihren Möglichkeiten, Menschen zu erreichen und einen Ort der Zusammenkunft anzubieten, dazu erheblich beitragen.

In unserer Gesellschaft mit Menschen aus unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Weltanschauungen sind Brückenbauarbeiten auf allen Ebenen wichtig, um ein Miteinander zu ermöglichen. Dies insbesondere in einer Zeit, in der Kriege zunehmen, Gewalttaten und Terror, Armut und Hunger traurige Wirklichkeiten sind. Viele Menschen unterschiedlichen Glaubens fliehen aus Krieg und Elend aus ihren Heimatländern und suchen Schutz in Europa. Sie begegnen auch hier zunehmend Rassismus und Nationalismus sowie Ausgrenzung.

Es geht darum, die Haltung für Frieden und Gewaltüberwindung zu stärken und gewaltfreie Konfliktlösungen zu suchen. Dazu sind alle, die bereit sind, etwas dazu beizutragen, eingeladen. So sollte aus meiner Sicht die Einladung an ein Friedensgebet ausgerichtet sein, an dem alle Menschen teilhaben können. Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi).

Sabine Ehrtmann, Heidenheim