Bürgerschaftliches Engagement

Neuer Bürgerverein: „Gruppe der Willigen“ soll Engagement in Heidenheimer Oststadt bündeln

Ob Nachbarschaftshilfe, Stadtteilfest oder Spielplätze: Ein geplanter Bürgerverein soll künftig Vorhaben aus der Bürgerschaft in der Heidenheimer Oststadt fördern und unterstützen. Die „Gruppe der Willigen“ versteht sich dabei als überparteiliche Plattform.

Mit dem geplanten Bürgerverein „Gruppe der Willigen“ soll in Heidenheim eine neue Plattform für bürgerschaftliches Engagement entstehen. Bei einer Informationsveranstaltung im „Stattgarten“ informierten die Initiatoren über ihre Pläne.

Zu dem Abend eingeladen hatten Tanja Weiße, Vorsitzende der SPD im Kreis Heidenheim, und Cornelia True, Vorsitzende der SPD-Frauen Heidenheim. „Die Initiative geht auf eine Gruppe engagierter Bürgerinnen und Bürger zurück, die eine Plattform für gemeinschaftliche Projekte schaffen möchten“, so Weiße. Der geplante Verein verstehe sich ausdrücklich als überparteiliche Plattform für bürgerschaftliches Engagement. Unter dem Motto „Miteinander füreinander“ sollen Projekte aus der Bürgerschaft ermöglicht, gefördert und begleitet werden.

Breites Interesse aus Vereinen und sozialen Einrichtungen

Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, die Ideen für ihren Stadtteil oder die gesamte Stadt umsetzen möchten, dafür jedoch keinen eigenen Verein gründen wollen. Der Bürgerverein soll dabei als organisatorisches Dach dienen und sowohl kurzfristige als auch langfristige Projekte begleiten. Denkbar seien etwa Feste, Nachbarschaftshilfen, Gruppenangebote, die Gestaltung von Spielplätzen und andere gemeinschaftliche Vorhaben.

Nach dem vorgestellten Konzept übernimmt ein gewählter Vorstand die Leitung des Vereins, unterstützt von einem Beirat. Die Umsetzung einzelner Vorhaben soll in den Händen von Projektleiterinnen und Projektleitern liegen. Außerdem soll der Verein organisatorisch unterstützen und bei Fördermitteln sowie Spendenaktionen helfen.

Unterstützung statt Konkurrenz

Wichtig sei den Verantwortlichen, nicht in Konkurrenz zu bestehenden Vereinen zu treten. Vielmehr solle der Bürgerverein Projekte ermöglichen, die bislang in den vorhandenen Strukturen nicht oder nur schwer umgesetzt werden können. „Wir sind Vermittler und Weiterentwickler“, sagte Cornelia True während der Veranstaltung. Auch Tanja Weiße betonte, der Verein solle eine Plattform für Ideen aus der Bevölkerung bieten und Menschen zusammenbringen, die sich für konkrete Vorhaben engagieren möchten.

Als Gast berichtete Thomas Baulig vom Bürgerverein Bettringen von den Erfahrungen in seiner Gemeinde. Dort habe der Bürgerverein zahlreiche Projekte angestoßen und begleitet. Als Beispiel nannte er den Ausbau des Defibrillatoren-Netzes, das gemeinsam von Ortschaftsrat und Bürgerverein finanziert worden sei.

Unter den Gästen befanden sich neben Bürgerinnen und Bürgern vor allem Vertreter verschiedener sozialer und ehrenamtlicher Einrichtungen, darunter der Kinderschutzbund, die Lebenshilfe, die Oggenhausener „Oase“ sowie Akteure aus der Pflegeberatung. Neben mehreren Gemeinderatsmitgliedern nahm auch Brigitte Weber von der Stadtverwaltung Heidenheim teil. Die Zuständige des Bereichs Demografie und Gesellschaft unterstrich die Bedeutung verlässlicher Strukturen in den Stadtteilen. Viele Projekte seien ohne engagierte Partner vor Ort kaum umsetzbar.

Gründung noch vor den Sommerferien geplant

Finanziert werden soll der Verein langfristig vor allem durch Fördergelder und Spenden. Die Mitgliedsbeiträge sollen bewusst niedrig gehalten werden. Zudem soll der Verein ins Vereinsregister eingetragen werden und seinen Mitgliedern einen rechtlich abgesicherten Rahmen für ihr Engagement bieten. Die geplante Satzung soll auf drei Grundsätzen basieren: Projekte sollen dem Stadtteil Oststadt zugutekommen, der Allgemeinheit dienen und nicht mit bestehenden Vereinen konkurrieren.

Die offizielle Gründung des Bürgervereins ist nach Angaben der Initiatoren noch für diesen Sommer vorgesehen, möglichst vor Beginn der Sommerferien. Wer die Ämter im Vorstand übernehmen wird, soll sich bei der Gründungsversammlung entscheiden. Bereits bei der Informationsveranstaltung hätten sich jedoch mehrere Interessierte bereit erklärt, Aufgaben zu übernehmen und Projekte zu leiten.

Großes Interesse am Infoabend

Rund 30 Besucher informierten sich über die geplante Vereinsgründung sowie die Ziele des Projekts und brachten Fragen sowie Anregungen ein.