Wo sonst Fußballstrategien im Mittelpunkt stehen, drehte sich ab Mittwochnachmittag bis in den Abend alles um berufliche Perspektiven. Die Heidenheimer Zeitung hatte zur zweiten Auflage ihrer Jobmesse in den Sparkassen-Businessclub der Voith-Arena eingeladen und der Zuspruch war enorm: Bereits nach 90 Minuten passierten weit über 400 Besucherinnen und Besucher die Einlasskontrolle.
„Die derzeitige wirtschaftliche Situation könnte dazu beitragen, dass heute so viele Menschen kommen“, mutmaßte HZ-Verleger Martin Wilhelm kurz vor der Eröffnung vor den knapp 30 Ausstellern. Er stellte zudem das neue HZ-Jobportal vor, das künftig noch effizienter Bewerber und Unternehmen zusammenführen soll. Sein Wunsch für den Tag: „Dass Sie die Leute finden, die Sie suchen.“

Jobmesse 2026 der Heidenheimer Zeitung im Sparkassen-Businessclub der Voith-Arena
Gemischtes Publikum, klare Ziele
An den Ständen herrschte von Beginn an reger Betrieb und die Besucherstruktur war vielfältig. Neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern, die sich kurz vor ihrem Abschluss über erste Karriereschritte informierten, nutzten auch viele Auszubildende und erfahrene Jobsuchende die Gelegenheit zum Netzwerken. Die lockere Atmosphäre im Stadion-Ambiente schien die Hemmschwelle für den Erstkontakt spürbar zu senken.

Beim Bauunternehmen Leonhard Weiss berichteten Daniel Müller und Alexander Bäuerle von einer hohen Nachfrage in allen Bereichen – vom Bauingenieurwesen bis hin zu kaufmännischen Berufen. Viele Interessierte hätten sich direkt mit Unterlagen eingedeckt. Auch kleinere Betriebe nutzten die Plattform: Patrick Laun, Geschäftsführer der Firma Dannenmann aus Heidenheim, betonte die Wichtigkeit, als kleineres Unternehmen sichtbar zu sein. Er spüre deutlich, dass derzeit mehr Menschen als üblich aktiv auf der Suche seien, insbesondere im Bereich Schweißer, außerdem Auszubildende.
Chefs vor Ort und praxisnahe Einblicke
Bei Tegel-Technik standen die Inhaber Mark und Ralf Tegel selbst am Stand. „Uns sind die Leute wichtig, deshalb wollen wir persönlich vor Ort sein“, so die Philosophie der beiden. Während die Profile einiger Fachkräfte noch nicht exakt auf die freien Stellen passten, gab es vielversprechende Anfragen von Umschülern für Praktika.

Auch die Schwergewichte der regionalen Wirtschaft sowie öffentliche Arbeitgeber wie die Stadt Heidenheim, das Landratsamt und das Klinikum waren präsent. Am Stand von Voith, ein Unternehmen, das allein in Heidenheim rund 100 offene Stellen – darunter viele für Werkstudenten – anbietet, war die Präsenz Ehrensache. „Es heißt hier ja schließlich Voith-Arena“, so eine Voith-Vertreterin.
Informationen aus erster Hand
Ein glücklicher Zufall ergab sich für Malik Huber: Er suchte am Stand des Klinikums gezielt nach IT-Stellen und traf dort prompt auf den Auszubildenden Patrik Lukoschek, der ihm aus erster Hand von den Vorzügen seiner Ausbildung berichtete. Ähnlich positiv war die Resonanz bei der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Herbrechtingen. Athina Wasiliadou freute sich besonders über das Interesse eines jungen Mannes am Erzieherberuf – Männer seien als Vorbilder in diesem Feld extrem wichtig.
Die Firma Traub aus Ebnat nutzte derweil einen lokalen „Heimvorteil“: Dass viele Betonteile der Voith-Arena aus ihrem Werk stammen, diente oft als perfekter Gesprächseinstieg. Eine Mitarbeiterin stellte fest, dass in diesem Jahr auffallend viele Besucher gezielt nach handwerklichen Tätigkeiten und Fahrerstellen fragten.
Besonders bewegend war die Situation einer Gruppe von Männern, die sich mit Prospekten um einen Tisch versammelten. Sie alle eint ein Schicksal: Sie waren Mitarbeiter der Firma Lohse, die Anfang des Jahres im Zuge eines Insolvenzverfahrens Mitarbeiter entlassen hatte. „Hier stehen 100 Jahre Lohse“, sagte einer, der 38 Jahre im Betrieb war. Trotz der Herausforderung, mit 60 Jahren noch einmal neu anzufangen, zeigten sie sich optimistisch und entschlossen, schnellstmöglich wieder in Arbeit zu kommen.
Das erste Fazit zur Heidenheimer Jobmesse
Messeorganisatorin Stephanie Bauhofer zog bereits nach eineinhalb Stunden ein positives Zwischenfazit. Für die kommende Auflage plant sie jedoch eine Rückkehr zum Donnerstag als Veranstaltungstag. Der Grund: Mittwochs haben viele Schüler frei, während der Donnerstag im Vorjahr von Lehrkräften genutzt wurde, um die Messe geschlossen mit ihren Klassen zu besuchen.
Freie Stellen und Ausbildungsplätze auf dem HZ-Jobportal
Hier treffen sich Arbeitgeber und Bewerber: https://www.hz-jobs.de/

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