Premiere am Samstag

Musik, Tanz und Fahnen schwingen: In Oggenhausen findet erstmals der „Tag der schwäbischen Traditionen“ statt

Am Samstag, 4. Juli, feiert in Oggenhausen der „Tag der schwäbischen Traditionen“ seine Premiere. Organisiert wurde er von der Interessengemeinschaft der Dorfoase.

Aus Sontheim reist zu diesem Anlass extra die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins an, dessen Mitglieder werden ein Fahnenschwingen vorführen. Um nicht nur passiv zuschauen zu müssen, wie andere Fahnen geschwungen werden, haben sich die Organisatoren etwas Besonderes ausgedacht: Es wurde eine eigene Standarte mit dem Oggenhausener Wappen in Auftrag gegeben.

Denn eine Fahne, die man nicht nur am Mast hochziehen, sondern auch zum Schwingen nutzen kann, gab es bislang nicht im kleinen Oggenhausener Rathaus, sagt Helga Schroll vom Organisationsteam der Interessengemeinschaft Dorfoase. Und so sei man schließlich auf die Idee gekommen, eine eigene Fahne nähen zu lassen.

Gudrun Auer fertigte die Fahne an

Diese wurde dann nicht irgendwo im Internet bestellt, sondern man hat sich auf die Gemeinschaft vor Ort verlassen. Gudrun Auer, eine Seniorin aus dem Dorf, hat sich an ihre Nähmaschine gesetzt und in fleißiger Heimarbeit die Oggenhausener Fahnen angefertigt. Den schwarzen und weißen Stoff hatte sie in ihrem Fundus, „ich habe da nichts extra kaufen müssen“, erläutert sie. Nicht ihr erster „Job“ für die Dorfgemeinschaft, sie hat auch schon die Kleider für den Chor genäht.

Am „Tag der schwäbischen Traditionen“ werden zudem verschiedene Tänze aufgeführt und ein Wettkampf im Tauziehen veranstaltet. Wer da gegen wen am Seil zieht, steht noch nicht fest, „das entscheiden wir dann ganz spontan“, so Helga Schroll. Der Heidenheimer Wolfgang Pösselt präsentiert während des Festes seine selbstgebauten riesigen, etwa 2,40 Meter langen Hirtenhörner aus Wacholderholz.

Holzkatzentanz statt Hammeltanz

Höhepunkt des Festes soll ein sogenannter Holzkatzentanz werden. In Oggenhausen knüpft man mit diesem Programmpunkt an die alte schwäbische Tradition des Hammeltanzes an, nur eben etwas moderner, quasi die vegane Variante dieses Brauches. „Denn bei uns bekommt der Sieger keinen Hammel, sondern eine Holzkatze“, erläutert Carolin Peichl vom Organisationsteam. Zudem sollen die schönsten Bierkrüge prämiert werden, die die Besucherinnen und Besucher des Festes mitbringen.

Wie genau die Idee zum „Tag der schwäbischen Traditionen“ entstanden ist, kann Helga Schroll gar nicht einmal so genau sagen. Vor zwei Jahren hatte sich das Dorf am Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beworben und wurde für ihr Engagement mit einer Prämie in Höhe von 3.000 Euro belohnt. „Und wir haben die Hälfte davon bekommen und damit bezahlen wir jetzt die Gruppen, den Bierwagen, den Traktorfahrer. Was wir alles so brauchen“, sagt Helga Schroll.

Kostenlose Oldtimerfahrten für Kinder

Das „Fest der schwäbischen Traditionen“ beginnt am Samstag um 13.30 Uhr auf der Dorfoase an der Oggenhausener Straße/Ecke Sporthallenweg mit einem Fahnenträger-Einzug. Dort befindet sich auch der Start- und Endpunkt der kostenlosen Kinder-Oldtimerfahrten durch den Heidenheimer Stadtteil. Für die kleinen Besucher bieten die Veranstalter zudem ein Wurfspiel mit Weidenringen.