Redaktionsbesuch

CDU-Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel: "Müssen eine Tugend des Zuhörens entwickeln"

Sorge um das Erstarken der AfD und Lob für die Investitionen des Landkreises Heidenheim in sein Klinikum gab es von CDU-Fraktionschef Manuel Hagel bei dessen Besuch in der HZ-Redaktion.

CDU-Fraktionsvorsitzender Manuel Hagel: "Müssen eine Tugend des Zuhörens entwickeln"

Manuel Hagel, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, war zu Besuch im Landkreis Heidenheim. Er sprach unter anderem mit Landrat Peter Polta und besuchte verschiedene Firmen. Für Hagel war es ein Ausflug in die Nachbarschaft: Der 35-jährige Vater von zwei Söhnen ist Abgeordneter des Alb-Donau-Kreises und lebt in Ehingen. Beim Besuch in der HZ-Redaktion wollte Hagel nicht nur über die aktuelle politische Lage und wichtige Projekte im Landkreis Heidenheim sprechen, sondern interessierte sich auch für die Arbeit der Heidenheimer Zeitung und die Situation der Lokalpresse.

Besorgt äußerte sich Hagel über den Hype, den die AfD momentan erfahre. „Das darf uns nicht unberührt lassen“, so der CDU-Politiker. „Wir Politiker müssen eine Tugend des Zuhörens entwickeln und ein Interesse daran, was die Menschen umtreibt“, meint Hagel. Für ihn sei es ein wichtiges Ziel, den Staat und seine Regelungen zu verschlanken. Seine praktischen Vorschläge dazu: Neu eingeführte Normen sollen ein Verfallsdatum erhalten, bis zu dem sie gelten. Dann müssten sie neu auf den Prüfstand. Außerdem solle für jede neue Regelung eine alte wegfallen. „Und wir brauchen einen Realitätscheck für neue Normen“, so Hagel.

Klinikum: Jeder Euro gut investiert

In Bezug auf das Heidenheimer Klinikum zeigte sich Hagel „total beeindruckt“ davon, was der Landkreis hinbekommen habe. Es sei richtig, dass das Land sich mit einer hohen Fördersumme in die Kliniksanierung einbringe. Hierfür habe Landrat Polta „gekämpft wie ein Löwe“. Der Landkreis schaffe mit dem modernisierten Klinikum einen Vollversorger für den Landkreis, jeder Euro sei hier gut investiert.

Auch der Ausbau der Brenzbahn ist in Hagels Augen ein wichtiges Ziel: „Wir wollen den Schienenpersonen- und güterverkehr ausbauen, das ist wichtig für den Klimaschutz und die Infrastruktur.“ Das Land ist laut Hagel gefragt, der Brenzbahn zu helfen. Auch die Wirtschaft in der Region brauche die Brenzbahn für den Güterverkehr. Darüber hinaus könne er nur dafür werben, den Netzausbau für Wasserstoff voranzutreiben. Als „Vorreiter und Leuchtturm“ bezeichnete er in diesem Zusammenhang die Firma Schwenk, die in Mergelstetten eine Versuchsanlage zur CO2-Abscheidung baut. Auch dort informierte sich Hagel vor Ort über das Projekt.