Historie

„Liederlich, übel und gottlos“: Ein neues Buch gibt Einblick in das Leben in Heidenheim im 18. Jahrhundert

Wer fluchte oder Sperrstunden missachtete, war einst ein Fall für den Kirchenkonvent. Helmut Weimert gewährt in seinem neuen Buch bislang unbekannte Einblicke.

Durchschnittlich einmal im Monat tagte einst in Heidenheim der Kirchenkonvent. Die führenden Vertreter von Kirche und Stadtverwaltung beschäftigten sich bei ihren Zusammenkünften mit Themen wie der Achtung von Sonntags- und Wochengottesdiensten, mit Fällen von häuslicher Gewalt oder Nachbarschafts-Streitigkeiten, aber auch mit Vorwürfen der Sauferei und Völlerei, des Fluchens, Schwörens oder Wahrsagens, mit unerlaubtem Tanzen und Kartenspiel oder auch außerehelichem Geschlechtsverkehr.

Heidenheims Stadtarchivar im Ruhestand, Dr. Helmut Weimert, zitiert und kommentiert in seinem neuesten Buch aus den Heidenheimer Kirchenkonventsprotokollen der Jahre 1730 bis 1748. Grundlage waren die inzwischen digital erfassten Aufzeichnungen aus dem Archiv der Evangelischen Landeskirche in Stuttgart.