Brücken in alle Welt

Leila Potzel aus Heidenheim lebt in der Schweiz: neue Freunde, ein neues Zuhause und der erste Viertausender

Die Heidenheimerin Leila Potzel wohnt seit fast vier Jahren in der Schweiz. Dort hat sie nicht nur beruflich ein Zuhause gefunden. Wie es sich zwischen Pharmazie, Bergen und mit der Schweizer Bundesbahn lebt:

Früher war Auswandern für mich ein Thema, das immer andere betraf – Menschen, die den Mut hatten, ihr gewohntes Umfeld zu verlassen und in einem fremden Land neu anzufangen. Die Vorstellung, selbst einmal dazu zu gehören und Heidenheim zu verlassen, lag für mich damals noch in weiter Ferne.

Heute lebe und arbeite ich seit fast vier Jahren in der Schweiz. Mein Einstieg dort begann mit einem Praktikum im Kantonsspital St. Gallen, und schon nach kurzer Zeit war ich begeistert: von der Landschaft, den beruflichen Möglichkeiten und den vielen bereichernden Begegnungen. Natürlich lief nicht immer alles reibungslos. Manchmal wird man herzlich empfangen, manchmal braucht es Geduld. Doch die positiven Erfahrungen überwogen deutlich, und ich fand schnell Zugang zu Land und Leuten. Wochenendausflüge in die Berge – Wandern wurde ein neues Hobby – oder entspannte Tage am See eröffneten mir eine Fülle an Möglichkeiten. Für mich stand rasch fest: Ich möchte bleiben. Ganz so einfach war das allerdings nicht.

Strahlend blauer Himmel über den schneebedeckten Bergen. Leila Potzel

Wer in der Schweiz arbeiten möchte, ist grundsätzlich willkommen – jedoch nur mit einer festen Stelle. Nach meinem Praktikum musste ich zunächst mein Pharmaziestudium abschließen, um als Apothekerin arbeiten zu dürfen, und auch die Jobsuche gestaltete sich nicht immer leicht. Umso dankbarer war ich, anschließend in jenem Labor beginnen zu dürfen, in dem ich bereits mein Praktikum absolviert hatte. Damit konnte mein neuer Lebensabschnitt nun endlich wirklich starten.

Mit der Zeit lernte ich immer mehr Facetten meines neuen Zuhauses kennen: Städtereisen zu einigen der schönsten Orte der Schweiz, Wanderungen auf den Pilatus, die Gratwanderung Stoos oder die Fünf-Seen-Wanderung am Pizol. Schließlich entdeckte ich auch das Bergsteigen für mich. Im Sommer 2023 bestieg ich meinen ersten Viertausender – ein Erlebnis, das mir lange in Erinnerung bleiben wird. Ich fand neue Freunde, ein Zuhause und schließlich auch die Liebe. Beruflich war ich jedoch noch nicht ganz angekommen, weshalb ich mich dazu entschied, ein Doktorat in Pharmazie zu beginnen, das mich an die Universität Basel führte.

Die 27-Jährige bei ihrer Arbeit. Leila Potzel

In Basel zu wohnen, konnte ich mir aber nicht vorstellen – zu weit entfernt von Wasser und Bergen. Heute bin ich 27 Jahre alt, lebe mit meinem Partner, der ebenfalls aus Deutschland eingewandert ist, in einem Vorort von Zürich, genieße beim Joggen die Landluft, den Blick auf die Alpen und – dank täglichem Pendeln – die Vorzüge der überaus pünktlichen Schweizer Bundesbahnen.