Mehr als 70 Interessierte haben eine bildungspolitische Podiumsdiskussion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Eugen-Loderer-Zentrum besucht. Auf dem Podium saßen die Landtagskandidaten Clara Resch (Grüne), Klara Sanwald (FDP), Michael Kolb (CDU), Daniel Rolfs (Linke) und Andreas Stoch (SPD).
Einigkeit bestand in zwei für die GEW zentralen Forderungen: Alle Kandidaten sprachen sich dafür aus, Referendarinnen und Referendare auch in den Sommerferien zu bezahlen sowie Grund- und Hauptschullehrkräfte künftig nach A13 und E13 zu besolden.
Ganztag als Pflicht oder Wahl?
Unterschiedliche Akzente zeigten sich beim Thema Ganztag. Während Stoch einen verbindlich rhythmisierten Ganztag mit Bildungsangeboten befürwortete, betonten Kolb und Sanwald die Wahlfreiheit der Familien. Rolfs forderte einen kostenlosen Ganztag inklusive Mittagessen. Resch hob hervor, dass Schulen organisatorisch entlastet werden müssten.
Große Einigkeit herrschte bei der Digitalisierung: Schulen und Lehrkräfte müssten durch IT-Fachkräfte und multiprofessionelle Teams unterstützt werden. Als Problem wurde die Finanzierung zwischen Bund, Ländern und Kommunen benannt.
Gliederung nach der 4. Klasse sinnvoll?
Deutlicher wurde der Gegensatz bei der Schulstruktur. Stoch und Rolfs plädierten für eine grundlegende Reform hin zu einer integrativeren Schulform neben dem Gymnasium, um mehr Chancengerechtigkeit zu erreichen. Kolb und Sanwald hielten dagegen an der bisherigen Gliederung nach Klasse 4 fest. Die Rückkehr zu G9 sowie neue Instrumente wie der Leistungstest für Viertklässler (Kompass 4) wurden von Resch und Kolb positiv bewertet.
Beim Thema Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte unterstützten alle Kandidaten grundsätzlich eine Erfassung der Arbeitszeit. Unterschiede gab es bei der Umsetzung: Während Resch auf eine bundeseinheitliche Regelung warten will, sieht Stoch die Länder in der Pflicht.
Zur Verbesserung der Personalsituation setzten mehrere Kandidaten auf multiprofessionelle Teams mit Fachkräften aus Sozialarbeit, Psychologie, IT und Verwaltung. Zudem wurden eine bessere Bezahlung und eine höhere Wertschätzung für pädagogisches und nicht-pädagogisches Personal als zentral genannt.

