Ich bin Martin, 28 Jahre alt und lebe seit Februar 2022 auf der schönen Insel Malta. Wie es dazu gekommen ist? Wer kennt das nicht: Man kommt aus dem Urlaub zurück und würde am liebsten direkt wieder umdrehen. Bei mir war das als Kind schon so. Nach jedem Urlaub wollte ich direkt wieder los.
Dadurch war für mich langfristig klar, ich werde Deutschland verlassen.
2019 entwickelte sich in mir der erste Gedanke, nach Malta zu gehen, aber der Zeitpunkt war noch nicht reif. Zum Glück, denn Corona hätte alles zunichtegemacht, außerdem war ich noch in meiner Ausbildung. Ich ließ meine Ausbildung bei der IHK um ein halbes Jahr verkürzen, schloss im Januar 2022 ab und am 5. Februar 2022 stieg ich in den Flieger nach Malta.

Warum es Malta wurde, hat ganz viele Gründe, zum einen natürlich das gute und warme Wetter, zum anderen das Meer. Ich ging schon immer gerne Tauchen, dies ließ sich dann in Malta noch viel besser umsetzen. Auf der anderen Seite, ich fahre gerne Motorrad und kann auch das in Malta problemlos das ganze Jahr machen. Auch ist Malta nicht so streng, was z. B. das Umbauen von Motorrädern angeht, so konnte ich mich an diesem Ort viel mehr ausleben, und ich muss ehrlich gestehen, diese persönliche Freiheit, war genau das, was ich brauche.
Inzwischen ist Malta mein Zuhause. In meiner Freizeit kurve ich mit dem Motorrad die Küstenstraßen entlang, treffe mich mit Freunden, um Wracks zu betauchen oder gehe mit Maltesern zum Schießen auf einer der zahlreichen Anlagen dafür. Besonders wenn ich am Strand Sport mache, überkommt mich besonders viel Dankbarkeit, dass mir das möglich ist. Die größte Herausforderung war nicht die Sprache (Englisch reicht hier), sondern die ersten neun Monate Einsamkeit. Malta ist schnelllebig: Touristen, Saisonarbeiter, ständig neue Gesichter. Richtige Freundschaften zu knüpfen, war schwer. Aber genau das hat mich gelehrt, aktiv auf Menschen zuzugehen.

Heute habe ich einen internationalen Freundeskreis aus Auswanderern und Lokals, auf die immer Verlass ist. Beruflich arbeite ich komplett ortsunabhängig als zertifizierter Edelmetallexperte und Vertriebspartner der Wertsicherung. Ich helfe Menschen, sich mit physischen Sachwerten abzusichern, genau das hat mir damals den mutigen Schritt ermöglicht. Heute begleite ich andere Menschen dabei, sich genauso eine finanzielle Basis zu schaffen, denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel wichtiger als das Geld selbst ist die Freiheit, die es einem gibt.
Manchmal vermisse ich die Ostalb schon: die grünen Wälder im Sommer, sogar nach Monaten voller Sonne einen ordentlichen Regenschauer, aber wenn ich dann wieder mit 25 Grad im Februar am Meer stehe, weiß ich: Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Und genau das wünsche ich jedem, der gerade mit einem großen Traum kämpft: Traut euch. Die Welt ist groß, deshalb lieber bei einem Versuch scheitern, als sich später vorwerfen zu müssen, es nicht einmal probiert zu haben.

