Beim Lesen des Artikels mit der Ankündigung einer Informations-Offensive zur Grabenstraße kam ich mir gelinde gesagt veräppelt vor. Beim Bürgerspaziergang mit dem OB, als die Sperrung gerade eingerichtet war, wurden kritische Anmerkungen mit dem Hinweis auf den eben begonnenen Versuch und eine spätere Bewertung unter Einschluss der Bürger eher abgewimmelt denn aufgenommen. Dann kam gegen Ende 2025 die für viele Bürger überraschende und nicht offensiv transparente Entscheidung, den Versuch in einen Dauerzustand zu überführen.
Jetzt wird auf eine „überschaubare Anzahl von Stellungnahmen“ so hingewiesen, dass man den Eindruck gewinnen kann, öffentlich geäußerte Einwände und Argumente (Leserbriefe) seien eher geflissentlich übersehen worden. Meine Hoffnung ist, dass auch andere Leserbrief-Autorinnen und -Autoren sich die Mühe machen, ihre Argumente nochmals direkt an den zu schicken, der Transparenz verspricht. Ein offener Brief kommt offensichtlich nicht an, ganz im Gegensatz zur mündlichen „Vorfreude“, die anscheinend auch geäußert wurde.
Mich wundert es nicht wirklich, dass Patienten, die auf die Taxifahrt zum Arzt angewiesen sind, nicht in großer Zahl an die Stadtverwaltung schreiben. Sind sie doch stark eingeschränkt, so dass das Briefeschreiben eine Hürde ist. Taxiunternehmen könnten denen aber eventuell anbieten, anlässlich einer entsprechenden Fahrt auf einer Unterschriftenliste zu unterschreiben, um auf die Einschränkungen aufmerksam zu machen.
Mir stellt sich die Frage, wie bei der geplanten Ausstellung in der Stadtbibliothek alle noch offenen Fragen beantwortet werden sollen. Welche Personen mit welcher Qualifikation werden die Ausstellung wann betreuen? Auch das eine Möglichkeit, offensive Transparenz zu üben.
Martin Kustermann, Heidenheim

