Raus aus dem Labor, rauf auf die Bühne: Was in Universitätsstädten längst Kultstatus genießt, kommt nun auf die Ostalb. Am Dienstag, 3. März, verwandelt sich der Lokschuppen beim ersten Heidenheimer Science Slam in einen Hörsaal der besonderen Art. Organisiert wird die Premiere von Studierenden der DH
BW.
Das Konzept funktioniert ähnlich wie ein Poetry Slam, nur mit Fakten statt Fiktion: Zehn Minuten haben die Teilnehmer Zeit, um ihr eigenes Forschungsthema vorzustellen. Doch statt trockener Theorie ist Unterhaltung gefragt. Ob Powerpoint, Requisiten oder Live-Experimente – erlaubt ist alles, was das Publikum begeistert. Denn wer am Ende als Sieger von der Bühne geht, entscheiden allein die Zuschauer. Durch den Abend führt der in der Region bekannte Moderator Johannes Elster.

Wissenschaftler aus ganz Deutschland nehmen teil
Dem studentischen Organisationsteam ist es gelungen, ein bundesweit besetztes Teilnehmerfeld nach Heidenheim zu holen. Von der Hochschule München reist Prof. Dr. Georg Eggers an. Unter dem Titel „Physik des Scheiterns“ analysiert er mit wissenschaftssatirischem Blick, warum selbst geniale Erfindungen manchmal eine Eigendynamik entwickeln, die so gar nicht im Sinne des Erfinders war.
Ganz andere Töne schlägt Susanne Wendel an. Die Münchnerin hat sich auf Themen spezialisiert, über die sonst oft geschwiegen wird, obwohl die Neugier groß ist – allen voran die Sexualität. Wissenschaftlich fundiert, aber stets humorvoll und durchaus provokant, nennt sie die Dinge beim Namen. Ihr Ziel ist es, dem Publikum nicht nur Aha-Effekte zu liefern, sondern auch ganz konkrete Erkenntnisse für mehr Lebensqualität mitzugeben.
Eine spannende Verbindung zwischen Naturwissenschaft und Philosophie zieht Dr. Anastasia August. Die Mathematikerin und Physikerin, die am KIT und der Hochschule Karlsruhe tätig ist, hat als begeisterte Stoikerin ein zentrales Prinzip dieser antiken Lehre wissenschaftlich untersucht. Das Publikum darf sich auf ein Ergebnis freuen, das ebenso überraschend wie aufschlussreich ist.
Erdbeben, Tsunamis und der Klimawandel: Die Spezialgebiete von Dr. Andreas Schäfer klingen zunächst verdächtig nach Weltuntergangsstimmung. Doch der promovierte Geophysiker und Bauingenieur belässt es nicht bei düsteren Szenarien. Stattdessen arbeitet er an ganz pragmatischen Lösungen: Als wissenschaftlicher Berater der Weltbank analysiert er Katastrophenfolgen, und entwickelt mit seiner Firma Strategien, um Wirtschaftszweige wie Tourismus oder Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen die Krisen unserer Zeit zu machen.
Für lokales Flair sorgt Nils Rexin. Der IT-Spezialist von Zeiss bestreitet ein Heimspiel. Sein Vortrag trägt den Titel „Mein Liebesbrief an Elenor“. Ob sich dahinter eine Frau oder eine komplexe Software-Architektur verbirgt, erfahren die Zuschauer erst live auf der Bühne.
Von DHBW-Studierenden für Heidenheim
Hinter dem Event steckt kein großer Veranstalter, sondern ein Projektteam des Studiengangs Wirtschaftsinformatik der DHBW Heidenheim. Die Studierenden stemmen Organisation, Sponsoring und Technik in Eigenregie. Ihr Ziel ist es, den Hochschulstandort kulturell zu bereichern und Wissenschaft für die Stadtgesellschaft greifbar zu machen.
Tickets und weitere Infos
Der 1. Heidenheimer Science Slam findet am Dienstag, 3. März 2026, im Lokschuppen statt. Einlass ist ab 19.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Tickets und weitere Informationen gibt es unter www.scienceslam-heidenheim.de.

