Ausbildung

Immer mehr Frauen entscheiden sich im Landkreis Heidenheim für einen Handwerksberuf

Das Handwerk wird zunehmend weiblich: Immer mehr Berufsanfängerinnen entscheiden sich für eine Lehre, auch in klassischen „Männerberufen“. Mehr als 370 Betriebe werden im Kreis Heidenheim bereits von Frauen geleitet.

Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Im Gebiet der Handwerkskammer Ulm sind inzwischen 21 Prozent der Auszubildenden weiblich. Allein im Jahr 2025 haben 603 junge Frauen zwischen Ostalb und Bodensee eine handwerkliche Lehre begonnen (Vorjahr: 586).

Der Landkreis Heidenheim hat bereits zum neunten Mal den Förderpreis Duale Ausbildung vergeben (v. l.): Ulrich Knöller (Spender), Sirko Nell (Bereichsleiter Bildung IHK), Cathrin Dally (Anlagenmechanikerin SHK), Landrat Peter Polta, Pascal Baum (Kaufmann für Büromanagement), Martin Bosch (Linde), Berthold Danner (Schreinerei Berthold Danner), Nerimane Berisha (Friseurin), Timo Schaich (Wohnstift Hansegisreute), Dr. Tobias Mehlich (Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer).

Was drei Auszubildende im Landkreis Heidenheim so besonders macht

Beim Förderpreis des Landkreises Heidenheim wurden Cathrin Dally, Nerimane Berisha und Pascal Baum für ihre herausragenden Ausbildungsleistungen geehrt. Außerdem erhielten die Schreinerei Berthold Danner und das Wohnstift Hansegisreute Anerkennung für ihr Engagement in der dualen Ausbildung.
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Damit wächst ihr Anteil laut der Handwerkskammer weiter – auch in Berufen, die lange als männerdominiert galten. So sind aktuell über alle Lehrjahre hinweg 61 Schreinerinnen, 54 Zimmerinnen, 80 Kfz-Mechatronikerinnen und 51 Malerinnen in den regionalen Handwerksbetrieben tätig. Gleichzeitig gibt es Berufe, in denen Frauen besonders stark vertreten sind: Im Konditorenhandwerk liegt ihr Anteil bei rund 90 Prozent, bei den Kauffrauen für Büromanagement bei 81 Prozent und bei den Augenoptikerinnen bei 77 Prozent.

Katja Maier, Präsidentin der Handwerkskammer Ulm, sagt dazu: „Das Handwerk bietet Frauen hervorragende Karrierechancen. Von der Ausbildung über den Meistertitel bis hin zur eigenen Betriebsgründung oder -übernahme. Immer mehr junge Frauen nutzen diese Möglichkeiten und gestalten die Zukunft des Handwerks aktiv mit.“

Nicht nur im Handwerk: Auszubildende sind in den Ausbildungsbetrieben gefragt.

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Mentoring soll Frauen beim Einstieg helfen

Um junge Frauen in der Ausbildung gezielt zu unterstützen, bietet die Handwerkskammer Ulm mit dem Mentorinnen-Netzwerk eine weitere Möglichkeit für einen guten Einstieg ins Handwerk: Berufserfahrene Handwerkerinnen begleiten dabei weibliche Auszubildende über einen festgelegten Zeitraum und beraten diese zu Fragen rund um Berufseinstieg, Karriere und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Angebot wird im Rahmen des Projekts „Frauen im Handwerk“ vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg gefördert.

Emmanuel Olusegun Okejimi, Stefan König und Julia Elser sind als Ausbildungsberater der IHK Ostwürttemberg tätig.

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Immer mehr Betriebe in Frauenhand

Auch bei der Unternehmensführung wächst der Anteil von Frauen weiter. Aktuell werden knapp 4600 der fast 21000 Handwerksbetriebe im Ulmer Kammergebiet von Frauen geführt. Im vergangenen Jahr lag der Anteil weiblicher Gründungen bei rund 550 von insgesamt etwa 2000 neu eingetragenen Betrieben. Besonders häufig haben sich Frauen 2025 in Gewerken wie dem Kosmetikerhandwerk (236 neue Betriebe), dem Änderungsschneiderhandwerk (133), dem Gebäudereinigerhandwerk (89) sowie im Fotografenhandwerk mit 87 Betrieben selbstständig gemacht.

Im Landkreis Heidenheim werden mittlerweile 371 Betriebe von Frauen geführt. Maier: „Uns stellt sich die Aufgabe, veraltete Rollenbilder im Handwerk immer weiter aufzuweichen. Frauen können in allen Bereichen eine feste Größe sein – ob als Auszubildende, Betriebsinhaberinnen oder qualifizierte Fachkräfte.“

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